Wenn das Idyll bröckelt

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hexenbücherei Avatar

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Das Cover mit dem einsamen Steg am See trifft genau diese melancholische Stimmung, die ich bei skandinavischen Krimis so schätze, und der Einstieg hat mich sofort abgeholt, weil der Kontrast zwischen der sommerlichen Mittsommeridylle und Linas panischer Flucht vor dem Auto im Prolog extrem stark inszeniert ist.
Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und atmosphärisch, wobei ich besonders mochte, wie die Autorin die Lichtstimmung in Finnland beschreibt, was die Bedrohung für Lina umso greifbarer macht. Bei den Charakteren bin ich bei Leena Victor noch etwas vorsichtig, da sie als Ermittlerin zwar sehr menschlich wirkt, aber durch ihre persönliche Geschichte und den Neuanfang mit Samuel noch eine gewisse Distanz bewahrt.
Der Spannungsaufbau in der Leseprobe ist solide, auch wenn der Wechsel zur polizeilichen Routine nach dem schockierenden Prolog erst einmal das Tempo etwas herausnimmt, was für mich aber völlig in Ordnung war, da es Raum für die Charakterzeichnung ließ.
Ich erwarte für den Rest der Geschichte, dass der Fall nicht nur rein polizeilich gelöst wird, sondern dass vor allem die persönlichen Verstrickungen der Freunde und die verborgenen Spannungen im Umfeld des Vaters eine größere Rolle spielen, da gerade diese ungelösten Fragen mich neugierig machen. Außerdem würde ich gerne wissen welche geheime Nachricht Lina in jener Nacht auf ihr Handy bekommen hat, von der sie niemandem erzählen konnte, und ob hinter diesem scheinbar perfekten Leben in Porvoo tatsächlich ein dunkles Familiengeheimnis steckt, das den Mord überhaupt erst ausgelöst hat.