Ein neuer Fall für Leena Victor

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butterfly72 Avatar

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Nach einer durchfeierten Nacht wird die junge Studentin Lina Saarinen absichtlich mehrmals von einem Autofahrer überfahren und stirbt. Kriminalhauptkommissarin Leena Victor und ihr neuer Partner Sebastian Nyberg übernehmen die Ermittlungen in diesem Fall.

Dies ist nach "Mord in eiskalter Nacht" bereits der zweite Fall für die Kriminalhauptkommissarin Leena Victor, die in Helsinki ermittelt.

Mit "Tod in heller Sommernacht" geht die Reihe um die Kriminalhauptkommissarin Leena Victor bereits in die zweite Runde. Nachdem mich "Mord in eiskalter Nacht" so begeistert hatte, dass es für mich zu einem meiner Jahreshighlights gehörte, war ich entsprechend gespannt auf den nächsten Fall und ich war auch diesmal schnell wieder mitten in der Geschichte.

Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven von Personen, die in irgendeiner Weise mit dem Fall verbunden sind. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Geschichte rund um den Polizisten Emil, dessen Perspektive für mich zu den interessantesten gehörte.

Das Opfer, die junge Lina Saarinen, wird absichtlich mehrmals überfahren. Ein brutaler und erschreckender Mord, der schnell Fragen nach dem Warum aufwirft. Gleichzeitig sind die Ereignisse aus dem ersten Band noch immer spürbar. Vor allem der Verlust von Mika Levin wirkt nach. Sebastian Nyberg bleibt dabei eher unnahbar und schafft es für mich nicht, an Mikas herzliche Art heranzukommen. Gleichzeitig erfährt man mehr über Sebastians emotionale Vorgeschichte, wodurch er für mich etwas nahbarer wurde und man ihn und sein Verhalten besser verstehen konnte.

Auch diesmal werden wieder schwere und wichtige Themen angesprochen, unter anderem sexueller und Machtmissbrauch, Einsamkeit, Depressionen und Stalking. Diese Themen fügen sich gut in den Fall ein und sorgen dafür, dass die Geschichte über den eigentlichen Kriminalfall hinausgeht.

Außerdem gibt es jede Menge alte und neue Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Dabei begegnet man auch vielen Figuren, die eher unsympathisch wirken und mit ihrem eigenen Leben alles andere als zufrieden sind. Gerade dadurch entstehen immer wieder Spannungen und neue Verbindungen innerhalb der Geschichte. Auch Hanna, Leenas Schwester, ist wieder Teil der Geschichte. Allerdings nimmt sie diesmal leider nicht mehr so eine zentrale Rolle ein wie noch im Auftaktband, was ich etwas schade fand.

Der Schreibstil von Lisa Sarah Brandstäter ist wie gewohnt angenehm, flüssig und gleichzeitig fesselnd. Besonders die bildhafte Sprache hat mir wieder gut gefallen und dafür gesorgt, dass ich mich schnell in die Handlung hineinversetzen konnte. Trotzdem konnte mich der zweite Band nicht ganz so packen wie sein Vorgänger. Für mich fehlte es stellenweise eindeutig an Spannung, wodurch sich die Geschichte etwas ruhiger angefühlt hat als der Auftakt.

Fazit: Insgesamt aber wieder ein guter und atmosphärischer Krimi mit interessanten Perspektiven, vielen Geheimnissen und wichtigen Themen. Auch wenn "Tod in heller Sommernacht" für mich nicht an den ersten Band herankommt, werde ich die Reihe definitiv weiterverfolgen.