Gute Unterhaltung

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Sobald ein neuer Krimi von Anthony Horowitz angekündigt wird, bin ich Feuer und Flamme. Seit seinem Sherlock-Holmes-Roman »Das Geheimnis des weißen Bandes« gehört er zu meinen Lieblingsautoren und sowohl seine Reihe um Privatdetektiv Daniel Hawthorne als auch die um Lektorin Susan Ryeland sind beste Krimikost.

Kürzlich erschien mit »Tod zur Teestunde« der dritte Band mit Protagonistin Susan Ryeland, die erneut tief in ein Manuskript über den berühmten Detektiv Atticus Pünd eintauchen muss, das mit einem ganz reellen Mordfall in Zusammenhang steht.

Horowitz' Krimis sind relativ anspruchsvoll, da es zahlreiche Figuren und ihre Verbindungen untereinander im Blick zu behalten gilt. Das gilt insbesondere für die Susan-Ryeland-Reihe, denn hier bekommt der Leser zwei Krimis in einem geliefert, da die Manuskripte um Atticus Pünd als Handlung innerhalb der Handlung mit eigenem Personal aufwarten. Für Leute, die Figuren und Namen regelmäßig durcheinanderschmeißen – wie mich – sind Figurenlisten geradezu ein Muss, um der Handlung folgen zu können.

Auch im 3. Band um Ryeland und Pünd liefert Horowitz einen clever konstruierten und spannenden Krimi ab. Man muss sich allerdings stark konzentrieren, um der Handlung dauerhaft folgen zu können, da Susan hauptsächlich Gespräche mit den einzelnen Familienmitgliedern des (neuen) Atticus-Pünd-Autors führt. Das ist auch einer der größten Kritikpunkte, die ich an der Handlung habe: Susans Motivation erschloss sich mir häufig nicht, zumal es lange dauert, bis überhaupt ein Verbrechen begangen wird. Eigentlich soll sie ja lediglich ein Manuskript und dessen Autor betreuen. Zwischenzeitlich wirkte sie dadurch geradezu unsympathisch, aufdringlich und teilweise übergriffig, was ich sehr schade fand, da ich die Figur sehr mag.

Die beiden Vorgänger haben mir daher besser gefallen. Diese sollte man auf jeden Fall auch gelesen haben, bevor man zu »Tod zu Teestunde« greift, denn Band 3 bezieht sich stark auf Band 1 und verrät dessen Auflösung.

Ein gutes Buch, das aber nicht ganz an seine Vorgänger heranreicht.