Nützliche Insekten im Dienste eines Serienkillers?

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Der Einstieg in „Todesstich“ hinterlässt bei mir einen zwiegespaltenen Eindruck. Die Detailverliebtheit des Autors in der ersten Szene – in der ein Mann in der Dunkelheit erwacht und realisiert, dass er sich in der Gewalt eines Verbrechers befindet – konnte mich leider wenig unterhalten oder fesseln. Solche klassischen, grausamen Thriller-Szenen empfinde ich persönlich nicht als spannend.
Versöhnt hat mich jedoch die direkt anschließende Szene, in der Wespen eine zentrale Rolle spielen. Die Idee, dass diese Insekten von einem Täter für grausame Zwecke instrumentalisiert werden, weicht von den klassischen Mustern des Genres ab. Anders als beispielsweise in Hitchcocks „Die Vögel“ werden die Tiere hier nicht einfach als dämonisierte Monster dargestellt. Stattdessen betont der Autor ihre natürlichen Fähigkeiten und Eigenschaften mit einer gewissen Detailtreue. Diese biologische und naturnahe Perspektive bildet für mich einen Gegenpol zu den düsteren Elementen und hätte für meinen Geschmack an dieser Stelle sogar noch tiefer gehen können.

Da ich explizite Grausamkeit in Büchern eigentlich meide, denke ich nicht, dass der Roman das Richtige für mich ist.