Girl Power
Mein erster Eindruck: das Buch hat einfach Spaß gemacht. Es war eine Mischung aus abgedrehtem Revenge-Thriller, B-Movie und tougher Girl Power, in der die Frauen eindeutig das Sagen und vor allem den Grips haben, während die Männer, ganz ehrlich gesagt, durchweg wie Idioten dastehen. Das ist durchaus witzig (ich sag nur Aufmarsch der Pfauen), kommt aber immer wieder auch sehr überzogen rüber. Und das ist für mich auch der Schwachpunkt: vieles war in der geballten Kombination einfach unglaubwürdig, und insgesamt wurden so viele Zufälle und konstruierte Zusammenhänge in die Story hineingepackt, dass es mir einfach ein bisschen zu viel war und die Ernsthaftigkeit flöten ging. Auch die (Re)Aktionen von Mel und Chloe wurden zwar halbwegs plausibel begründet, konnte ich selbst aber oft nicht nachvollziehen. Aber ohne die vielen Geheimnisse hätte es auch keine Handlung geben können, also nehme ich das mal so hin. Trotzdem blieb der Eindruck, dass hie zu viel gewollt wurde und die Autorin sich nicht so recht entscheiden konnte, ob dies nun eine dramatische Liebesgeschichte, ein durchgeknallter Rachetrip oder ein knallharter Thriller werden sollte. Als B-Movie wäre die Geschichte das perfekte anderthalb-Stunden-Popcorn-Unterhaltungsprogramm zum Abschalten. Als Buch ist sie immer noch äusserst unterhaltsam, aber auf die längere Lesedauer auch ein bisschen anstrengend.