Steril

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pajo47 Avatar

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Die tödlichen Freundinnen sind Chloe und Mel. Auf Chloes Sweet-Sixteen-Party haben die beiden wohl Toby Dune umgebracht. Wie und aus welchem Grunde bleibt zunächst ungeklärt. Jedenfalls verschwindet Chloe danach für einige Jahre. Mel, die inzwischen zu einer guten Privatdetektivin geworden ist, bekommt den Auftrag von Chloes Familie, sie zu suchen, denn Chloes Vaters hat nur noch kurze Zeit zu leben und möchte seine Tochter noch einmal sehen.
Mel wird auch fündig und kann Chloe überreden, mit nach Hause zu kommen. Aber dann passieren einige Dinge, denn Tobys Familie ist offensichtlich auch hinter Chloe her.
Das liest sich eigentlich nach einem spannenden Krimi, jedenfalls hatte ich den erwartet. Aber Tess Sharpe nimmt eine so unsensible Haltung zu ihren Figuren ein, dass ich als Leser gar nicht anders konnte, als auch diese Haltung einzunehmen. Sharpe hat den Roman in viele Kapitel aufgeteilt. Dabei springt sie in der Zeit hin und her. Das macht es einigermaßen schwer, die Story zu verfolgen. Etwas einfacher wird es dadurch, dass sie über den Kapiteln immer angibt, wann das stattfindet. Das geschieht nicht durch reine Datumsangaben sondern durch relative Angaben wie "vier Wochen vor der Party" oder ähnlich. Dadurch findet man sich zeitlich besser zurecht.
Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer der Protagonisten geschrieben. Der Name wird über den Kapiteln stets angegeben. Aber dann kommt das Problem. Sharpe erzählt nicht in der Ich-Form sondern berichtet sozusagen als Zuschauerin in recht nüchterner Form über das, was geschieht und was die jeweilige Person empfindet. Dabei blieben mir die Personen so unnahbar, dass ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte und mitfühlen konnte.
Dadurch bleibt der ganze Roman auf einer niedrigen Spannungsstufe. Selbst bei gefährlichen Szenen, nimmt man zur Kenntnis, was geschieht, und das war es dann auch.