Weiterempfehlung!

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hanninanni103 Avatar

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Also ganz ehrlich – „Tödliche Freundin“ hat mich mehr gepackt, als ich am Anfang gedacht hätte. Ich bin relativ locker an das Buch rangegangen, ohne große Erwartungen, und genau das war wahrscheinlich der Grund, warum es mich dann so gekriegt hat. Kennst du das, wenn du einfach nur kurz reinlesen willst und plötzlich sind zwei Stunden rum? Genau so war das hier.
Die Story startet eigentlich ziemlich ruhig, aber gleichzeitig merkt man sofort, dass da irgendwas nicht stimmt. Diese unterschwellige Spannung zieht sich wirklich von Anfang an durch und hat mich direkt neugierig gemacht. Es geht ja im Kern um Freundschaft, Vertrauen und dieses Gefühl, jemanden zu kennen – und dann merkt man Stück für Stück, dass alles ganz anders ist, als es scheint. Das fand ich richtig gut gemacht.
Was mir besonders gefallen hat: Die Autorin spielt total mit dem Kopf. Du denkst dir die ganze Zeit, du hast den Durchblick, und dann kommt wieder so ein Moment, wo du alles hinterfragst. Ich hatte wirklich mehrfach diese „okay, warte mal… was geht hier eigentlich ab?“-Momente. Und genau das will ich bei so einem Thriller auch haben.
Die Figuren fand ich insgesamt ziemlich gelungen. Vor allem die Dynamik zwischen den Freundinnen ist interessant, weil sie eben nicht nur oberflächlich nett ist. Da sind Spannungen, alte Geschichten, vielleicht auch ein bisschen Neid – alles Dinge, die das Ganze viel realistischer machen. Man merkt einfach, dass da mehr unter der Oberfläche brodelt.
Was ich auch mochte, war dieses langsame Aufbauen der Wahrheit. Es wird nicht alles sofort aufgedeckt, sondern man bekommt immer nur kleine Puzzleteile. Dadurch bleibt man automatisch dran, weil man wissen will, wie alles zusammenpasst. Ich hatte zwischendurch echt viele eigene Theorien – und lag natürlich nicht immer richtig.
Klar, ich muss auch sagen: An ein paar Stellen war es für mich minimal vorhersehbar. Also nicht komplett, aber so, dass ich mir dachte „okay, das könnte jetzt in die Richtung gehen“ – und manchmal hat es sich dann auch bestätigt. Aber ehrlich gesagt hat mich das nicht groß gestört, weil der Weg dahin einfach spannend genug war.
Was das Buch für mich besonders gemacht hat, ist die Atmosphäre. Es ist nicht so ein lauter, actiongeladener Thriller, sondern eher so ein schleichendes Gefühl von „hier stimmt was nicht“. Und genau das fand ich fast noch intensiver. Dieses Misstrauen, dieses ständige Hinterfragen – das bleibt irgendwie hängen.
Das Ende fand ich übrigens auch gelungen. Ich will natürlich nichts spoilern, aber ich hatte das Gefühl, dass alles sinnvoll aufgelöst wurde, ohne dass es total übertrieben wirkt. Es passt einfach zur Geschichte und zu den Figuren, und das ist mir immer wichtig.
Wenn ich es zusammenfassen müsste, würde ich sagen: „Tödliche Freundin“ ist ein richtig solider, spannender Thriller, der vor allem durch seine Atmosphäre und die zwischenmenschlichen Spannungen lebt. Kein absolutes Mindblow-Buch, aber definitiv eins, das man gern liest und auch weiterempfehlen kann.