Zweimal Superwoman gegen den Rest der Welt

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leseskorpion Avatar

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Mel und Chloe haben als Teenager gemeinsam in Notwehr den Kleindealer Toby umgebracht. Die beiden sind nicht nur Freundinnen, sondern ein Liebespaar. Als Chloe einige Zeit später spurlos verschwindet, traut Mel sich nicht, nach ihr zu suchen. Jahre später wird sie, inzwischen Privatdetektivin, von Chloes Familie beauftragt, sie zu suchen. Damit löst sie eine Kette von dramatischen Ereignissen aus, denn der Kleindealer hatte offenbar mächtige Komplizen.

Der Schreibstil ist durchaus mitreißend, die Geschichte spannend. Allerdings ist es sehr verwirrend, wie Tess Sharpe zwischen den Handlungsebenen hin und her hüpft. Obwohl die Kapitel entsprechend betitelt sind, muss man sehr aufpassen, denn sie wechselt nicht nur die Zeitebene, sondern auch die erzählende Person. Dabei bleibt sie in der dritten Person, was eine unnötige Distanz zu den Personen aufbaut, sodass man auch als Leser nicht wirklich in die Geschichte eintaucht, sondern eben auf Abstand gehalten wird. Mel und Chloe scheinen beide Superkräfte zu haben, ihnen misslingt so schnell nichts, sie werden mit allen schwerbewaffneten Männern scheinbar spielend fertig und sind selbstverständlich auch viel klüger als ihre Gegner. Mel gelingt es, mit einer frischen, unversorgten Messerwunde im Bein tagelang durch den Wald zu laufen und am Ende noch einen veritablen Spurt hinzulegen. So mancher Twist in der Geschichte ist absolut nicht schlüssig, ich habe des Öfteren ungläubig den Kopf geschüttelt. Nein, so wirklich überzeugt hat mich dieser Thriller nicht.