Falsches Versprechen

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nardidyana Avatar

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Schon in den ersten Seiten der Leseprobe von Tödliches Angebot hatte ich dieses unangenehme Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt – auch wenn alles auf den ersten Blick fast perfekt wirkt. Margo und Ian stehen unter Druck: Wohnungssuche, Geldprobleme und der große Wunsch nach einem Kind. Genau diese Mischung aus Alltag und Verzweiflung macht die Geschichte so nahbar. Als dann dieses scheinbar ideale Haus in Grovemont auftaucht, fühlt es sich sofort wie eine gefährliche Versuchung an.
Der Schreibstil ist sehr dicht und nah an Margo. Ihre Gedanken, ihre Nervosität und ihre Hoffnung sind ständig präsent, sodass man schnell in ihrer Welt steckt. Besonders die Szene, in der sie heimlich das fremde Grundstück betritt und sogar ins Haus schaut, war für mich unglaublich spannend – nicht spektakulär, sondern leise und dadurch umso intensiver.
Was mir an der Leseprobe besonders gefallen hat, ist dieser starke Kontrast zwischen der glänzenden Oberfläche und der unterschwelligen Bedrohung. Auch das Cover mit seinen kräftigen Rot- und Rosatönen wirkt fast wie ein Versprechen von Glück und Erfolg – und passt damit perfekt zu der Illusion, an die Margo so gerne glauben möchte. Genau dieses Auseinanderklaffen von Schein und Wirklichkeit macht die Geschichte so reizvoll.
Ich erwarte einen psychologisch dichten Thriller, in dem es weniger um Blut, sondern mehr um Entscheidungen, Schuld und Abhängigkeit geht. Nach diesem Einstieg will ich unbedingt wissen, wie weit Margo bereit ist zu gehen – und wann dieses schöne Bild endgültig zerbricht.