Fanatischer Wunsch

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artep Avatar

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„Dieses Haus wird mir gehören – egal zu welchem Preis.“ Margo steht mit ihrer Familie unter enormem Druck: Die Wohnung ist zu klein, die Suche nach etwas Besserem zermürbend. Als sie schließlich auf ein Haus stößt, das all das verkörpert, wonach sie sich sehnt, setzt bei ihr ein gefährlicher Gedanke ein: Warten ist keine Option.
Noch bevor das Objekt offiziell angeboten wird, beginnt Margo, die Grenzen des Erlaubten Stück für Stück zu überschreiten. Erst wirkt es beinahe harmlos – ein wenig Nachforschen hier, ein ungebetener Besuch dort. Doch aus kleinen Grenzüberschreitungen wird bald ein manipulativer Feldzug gegen die Eigentümer. Margo verstrickt sich immer tiefer in deren Leben, nutzt Nähe, Druck und schließlich Erpressung, um ihr Ziel zu erreichen. Als sich ihr jemand in den Weg stellt, schreckt sie auch vor radikalen Lösungen nicht zurück.
Das Beunruhigende an dieser Geschichte ist nicht nur Margos Handeln, sondern die Tatsache, dass man ihr dabei erschreckend lange die Daumen drückt. Trotz wachsender Abgründe bleibt sie faszinierend, beinahe liebenswert – selbst dann, wenn man als Leser*in entsetzt innehält. Moralische Sicherungsnetze gibt es hier nicht, und genau das macht diesen Psychothriller so intensiv.
Der Stil ist klar, direkt und schnörkellos. Kurze, prägnante Sätze erzeugen eine dichte Atmosphäre, die einen förmlich durch die Seiten treibt. Die Spannung steigert sich kontinuierlich, und man liest weniger aus Sympathie als aus einem unstillbaren Bedürfnis heraus, zu erfahren, wie weit Margo wirklich gehen wird.
Dieser Roman stellt eine unbequeme Frage: Wie viel ist ein perfektes Leben wert – und wo verläuft die Grenze zwischen Wunsch und Wahnsinn? Für Fans von Psychothrillern ist diese Geschichte ein echter Volltreffer: ungewöhnlich, nervenaufreibend und nachhaltig verstörend. Ein Buch, das Lust auf mehr macht und noch lange nachhallt.