Untertitel: Margo schaufelt ihr Grab.

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aerdna Avatar

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Oh mein Gott. Autsch!
Jedes Mal, wenn ich solche Bücher lese, freue ich mich, dass ich mich nicht genötigt sehe, so ein Leben zu führen.
Margo's Anspannung ist förmlich greifbar. Alles wird gedacht, nichts wird ausgesprochen - das kann ja nur in einer Katastrophe enden. Dazu noch eine ordentliche Portion Druck und Vergleiche und, schwupp, schon ist das eigene Grab geschaufelt und Margo merkt nicht einmal, wie sie hineinfällt.
Schreiberisch ist das gut gemacht. So pointiert aufzeigen, wo die Fallstricke der eigenen Psyche liegen, kann nicht jeder.
Jetzt bin ich gespannt auf den Hauptteil, in dem Margo durchdreht; auf den Thrill.
Die Leseprobe liest sich wie ein Roman und ich fühl' mich mit Margo gestresst bis zum Anschlag.
Jetzt braucht es die Katharsis des Ausrasters, um das Ganze rund zu machen; auch wenn der eigentliche Gruselfaktor schon darin liegt, dass Margo über eigentlich alltägliche, nahezu profane Dinge, die Entspannung brauchen, um ins Fließen zu kommen, so obsessiv wird, dass sie dafür ihr komplettes Leben in die Waagschale wirft.
Das Cover polarisiert. Grell, Signalrot, Alarm. Gepaart mit Quietschrosa, Mädchenfarbe. Tut in den Augen weh, aber passt, denn klischeegemäß finden sich darin ja das Weibliche und die Wut, das Ausrasten, der Alarmzustand.
Ein Haus im Haus im Haus, das in immer weitere Ferne rückt und zerfließt - ich würde sagen hier wurde Margo's Situation bildstark erfasst.