Ein Haus um jeden Preis

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hundeliebhaberin Avatar

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Margos Ziel im Leben steht fest: Mit ihrem Ehemann ein schönes Haus in einer ruhigen Gegend besitzen, dazu ein Baby und einen Hund. Um mehr Kapital zur Verfügung zu haben, sind Margo und Ian in eine kleine Wohnung gezogen. Doch Ian, Anwalt in einer renommierten Anwaltskanzlei, ist aus moralischen Überzeugungen zu einer Umweltsorganisation gewechselt und verdient weniger als zuvor. Was als kurzfristige wohnliche Verschlechterung und verbesserte Chance auf dem Immobilienmarkt begann, endet in einer frustrierenden, monatelangen Haussuche, bei der das Paar immer wieder überboten wird. Schwanger wird Margo auch nicht und ihr Traum gerät ins Wanken. Doch dann erfährt sie von einem Haus, das verkauft werden soll, jedoch noch nicht gelistet ist. Ihre Strategie: Zufällig auf die Besitzer stoßen, sie umgarnen und einen Kauf ohne Makler*in initiieren. Doch als das Paar sich darauf nicht einlässt, greift zu stärkeren Mitteln: Margo überschreitet Grenzen, stalkt, erpresst und zieht alle Register.

Marisa Kashino hat mit Margo eine Figur geschaffen, die besessen von ihrem perfekten Haus ist und völlig skrupellos agiert. Die Grenzen, die sie überschreitet, werden immer größer. Sie manipuliert, erpresst und zeigt, in was für eine psychische Abwärtsspirale ihre Obsession sie treibt. Auch wenn sich eine Eskalation im Verlauf anbahnt und eine Eskalation unvermeidlich ist, war ich vom Ausmaß und den Wendungen doch überrascht. Der Erzählstil ist sehr spannend, im Unterton baut sich etwas Bedrohliches auf, Margos Wahnhaftigkeit ist deutlich spürbar, sodass mich Marisa Kashino völlig in ihren Sog gezogen hat.

Ein spannender Psychothriller, der alle moralischen Grenzen aushebelt.