Kein Haus, kein Leben – ein verstörender Thriller

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
schlafmurmel Avatar

Von

Tödliches Angebot – Besessenheit“ von Marisa Kashino ist definitiv kein leichter Stoff. Der Psychothriller wirkt stellenweise schon fast abartig, vor allem wegen Margos Mantra: Kein Haus, kein Baby. Kein Haus, keine Familie. Kein Haus, kein Leben.
Margo lebt mit ihrem Ehemann in einer viel zu kleinen Wohnung, und der sehnlichst gewünschte Nachwuchs lässt ebenfalls auf sich warten. Als wäre das nicht genug, ist der Immobilienmarkt extrem umkämpft. Als sie schließlich ihr absolutes Traumhaus entdeckt, setzt bei ihr etwas aus – und sie tut wirklich alles, um dieses Haus zu bekommen. Und mit „alles“ meine ich auch wirklich alles: miese Tricks, Manipulation, Stalking – hier wird nichts ausgelassen.
Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass man sich stellenweise sehr gut in Margos Gedankenwelt hineinversetzen kann. Ihre Verzweiflung, der innere Druck und die Obsession sind nachvollziehbar dargestellt. Doch was danach folgt, war für mich persönlich nicht mehr realistisch – das ging klar in Richtung krank und abartig gestört.
Gegen Ende wird es dann richtig heftig: Der Thriller wird extrem intensiv, düster und schockierend. Trotz (oder gerade wegen) dieser krassen Wendungen hat mir das Buch sehr gut gefallen und ist definitiv nichts für schwache Nerven.