Traumhaus Obsession

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vanessa_91 Avatar

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Meine Meinung

„Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss.“ (ZITAT)

Zuerst ist mir der Thriller "Tödliches Angebot" aufgrund des farbintensiven Covers aufgefallen.

Es geht um Margo und ihren Mann. Margo ist geplagt von innerer Unruhe. Dieser fast körperlich spürbare Druck, endlich das perfekte Traumhaus zu finden, um das Leben zu führen, das sie sich ausmalt, ist greifbar. Dass ihre Sehnsucht nach einem Haus so eng mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch verknüpft ist, macht ihre Obsession schon nachvollziehbar, gleichzeitig ist diese Art der Obsession auch super erschreckend.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto intensiver wird dieses Gefühl. Margo überschreitet Grenzen, erst kleine, dann große, und ich konnte kaum "wegsehen". Die Art, wie sie in die Leben der Menschen eindringt wirkt furchtbar erschreckend und fesselnd.

Die Darstellung der Wohnraumsituation in Washington, D.C. ist sicherlich authentisch, vor allem wenn man genaue Vorstellung von Größe und Wohngegegen etc hat. Es zeigt mir vor allem auch, wie sehr äußere Umstände Menschen in extreme Richtungen treiben können.

Die Erzählweise fand ich auch ganz toll, denn durch die Ich-Perspektive (wir sind als Leser:innen ständig in Margos Kopf gefangen) wird alles noch greifbarer, die Margos Gefühle und Taten, ihre Wut, ihre Rechtfertigungen, ihre Selbsttäuschungen –packt!

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Fassungslosigkeit zurück.

Für mich ist "Tödliches Angebot" ein gelungener, intensiver Thriller, der zeigt, wie dünn die Linie zwischen Wunsch und Obsession sein kann.


Über die Autorin

Marisa Kashino war 17 Jahre lang Journalistin, zuletzt bei der Washington Post. Den Großteil ihrer Karriere verbrachte sie beim Washingtonian Magazine, wo sie die Longform-Reportagen schrieb und die Berichterstattung über Immobilien und Wohndesign leitete. Sie wuchs in der Nähe von Seattle auf, heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Hunden und zwei Katzen im Großraum Washington, D.C.

Quelle: Verlag / vlb