Wenig spannend und eine absolut unsympathische Protagonistin

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smartie11 Avatar

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„Und auf einmal bin ich im Haus. Meine Sinne fühlen sich an wie neu geboren - als wären sie zuvor tot gewesen, aber jetzt wieder zum Leben erwacht und hungerten nach jedem noch so kleinen Detail. Es riecht teuer.“ (S. 87)

Meine Meinung:
Nach dem profitablen Verkauf ihres Reihenhauses sitzen Margo und Ian nun schon seit Monaten in einer kleinen Mietwohnung fest. Auf der Suche nach ihrem Traumhaus wurden sie inzwischen rund ein Dutzend Mal überboten und Margos Verzweiflung wird mit jedem gescheiterten Versuch, ein passendes Haus für die Familienplanung zu finden, immer größer. Als sie eines Tages durch Zufall von einem neuen Traumhaus erfährt, das noch nicht offiziell auf dem Markt ist, ist für Margo schnell klar: Sie würde ALLES tun, um dieses Haus zu bekommen. Wirklich ALLES…

Die Storyidee und die Kurzbeschreibung hatten mich sehr neugierig auf dieses Buch gemach, und auch die ersten Kapitel ließen sich vielversprechend an. Sehr schnell merkt man, dass Margo bei ihrem Ziel, endlich das passende Haus zu finden, keinerlei Scham oder Grenzen kennt. Doch leider ist mir die Protagonistin beim Lesen genauso schnell immer unsympathischer geworden. Margo, die schon seit Teenagertagen ein Wutproblem hat, ist berechnend und manipulativ, vulgär und gemein (Zitat Margo: „Diese Frau ist wie eine Mensch gewordene Pilzinfektion“, S. 58). Und je weiter Margo aus der Spur gerät, desto weniger konnte ich diese Figur ertragen. Leider gab es auch keinen anderen Charakter, der mir wirklich sympathisch war. Dafür gleich so einige, mit denen ich echt Mitleid hatte.

Darüber hinaus hatte ich mir vom Plot viel Spannung erwartet, immerhin wird das Buch als Psycho-Thriller angepriesen. Doch leider habe ich beim Lesen so gut wie keine Spannung erlebt. Erst als nach knapp 2/3 des Buches die Story überraschender Weise weit von Washington DC wegführt, hatte ich felsenfest auf erste wirklich spannende Momente gewartet. Doch leider war dieser kurze Plot-Schlenker bereits nach wenigen Seiten wieder passé. Erst nach rund 90% (!) des Buches kommt wirkliche Spannung auf, zum Finale also, in dem Margo ihre ganze widerliche Hinterhältigkeit ausspielt. Das kurz darauffolgende Ende der Geschichte kann ich nur als „legitim“ bezeichnen. Es passt zur Story, hat mir persönlich aber nicht wirklich gefallen, was aber sicher reine Geschmackssache ist.

Alles in allem hat sich das Buch schnell lesen lassen und ist auch flüssig geschrieben, hat mich aber weder gepackt, gar gefesselt. Für mich leider enttäuschend.

Und noch eine Bemerkung zum Schluss: Der Klappentext verrät eigentlich schon fast die gesamte Handlung des Buches - so sollte das eigentlich nicht sein. ☹

FAZIT:
Psycho auf jeden Fall, aber kein wirklich spannender Thriller, zumindest nicht auf den ersten 300 von 330 Seiten.