Herzlich willkommen in North Falls

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„Tödliches Verderben“ ist der zweite Band der North-Falls-Reihe von Karin Slaughter. Nachdem ich vor knapp einem Jahr „Dunkle Sühne“ gelesen und für gut empfunden habe, war ich auf diesen neuen Fall um Sheriff Emmy Clifton, die diesmal von ihrer Schwester Jude Archer, einer ehemaligen FBI-Agentin, unterstützt wird, sehr gespannt.

Schon die ersten Seiten haben es in sich. Vor wem will Allison Vickery fliehen? Ob es ihr gelingen wird, rechtzeitig das Haus zu verlassen? Ich ahne Schreckliches… und muss dringend weiterlesen. Es fallen Schüsse und wie es der Zufall will, sind Emmy und Jude nicht allzu weit entfernt. Sie stürmen ins Haus, kommen aber zu spät. Allison ist tot, ihre 16jährige Tochter lebensgefährlich verletzt.

Emmy und Jude haben gerade ihre Mutter zu Grabe getragen und eigentlich sollten sie zu ihrer Cousine fahren, bei der sich die Familie trifft. Sie aber wissen, dass die Zeit drängt, sie also sofort mit den Ermittlungen beginnen müssen, die sich äußerst schwierig gestalten. Zudem muss Emmy sich Respekt verschaffen, gilt sie doch bei den ihr untergebenen männlichen Kollegen als schwach. Auch vor Ort haben sie mächtige Gegner, es geht um lukrative Drogengeschäfte, um Korruption und um noch so einiges mehr... und dann stoßen sie auf einen lange zurückliegenden Prozess, dessen langer Arm bis ins Heute reicht.

Auch dieser zweite Fall für Emmy Clifton bürgt für spannende Lesestunden. Was mir etwas Schwierigkeiten bereitet hat, waren die vielen Personen mitsamt der weitläufigen Verwandtschaft, die ich in dieser Ausführlichkeit nicht unbedingt gebraucht hätte. Es trägt nichts zum Fall bei und nimmt dem Thriller einiges an Tempo. Ansonsten war ich voll und ganz in der Story, die ob ihrer Vielschichtigkeit meine ganze Aufmerksamkeit fordert. Ich folge gespannt der nervenaufreibenden Ermittlungsarbeit, habe so einige Verdächtige im Visier, neue Aspekte tauchen auf, Lügen und Geheimnisse müssen entlarvt werden bis hin zum nicht vorhersehbaren Ende.

„Tödliches Verderben“ ist ein lesenswerter Thriller, der in sich abgeschlossen ist, der durchaus ohne die „Dunkle Sühne“ zu kennen gelesen werden kann. Also, herzlich „willkommen in North Falls.“