Hochspannung garantiert

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hilou Avatar

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Zum Inhalt:
Emmy Clifton hat es nicht leicht. Kürzlich hat sie ihren Vater, den Sheriff von North Falls, verloren und muss nun sein Amt übernehmen. Dann verstirbt auch noch ihre an Demenz erkrankte Mutter. Nach der Beerdigung werden Emmy und ihre ältere Schwester Jude Archer, die früher beim FBI war, zufällig Zeugen bei einem schwierigen Mordfall: Eine Polizistin wird in ihrem eigenen Haus erschossen, ihre Tochter wird schwerverletzt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Bei den Ermittlungen stoßen Emmy und Jude auf ein jahrzehntelanges Geheimnis, in das mehrere bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten der Kleinstadt verstrickt sind. Während Emmy unbedingt den Mörder finden möchte und um ihren Sherif-Posten kämpft, ringt Jude mit einem eigenen schwerwiegendem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, von dem Emmy nichts ahnt...

Meine Leseerfahrung:
Ich war ja bereits vom ersten Band der North-Falls-Reihe begeistert, den ich letztes Jahr zu meinem persönlichen Thriller-Highlight gekürt hatte und weswegen ich unbedingt dranbleiben musste. Hier kann ich wieder nicht anders, als mit 5 Sternen zu bewerten. Slaughter liefert immer absolut solide Thriller mit Hochspannung ab, die zu nachhallenden Denkanstößen bei den Lesern führen. Denn es sind stets ernste Themen, die sie in ihren Büchern verarbeitet und die unbedingt gehört und gesehen werden müssen.

Der Fokus dieser Geschichte liegt diesmal auf häuslicher Gewalt und Korruption in einer Kleinstadt. Im Vordergrund steht der brutale Mord an einer Polizistin, was ja bereits für sich allein sehr schwerwiegt. Den Mord an einer Kollegin aufzuklären ist sicherlich schon emotional sehr belastend. Zusätzlich muss sich Emmy auch noch mit einer in der Vergangenheit liegenden Verschwörung auseinandersetzen, in die auch teilweise ihre eigene Familie verwickelt ist. Und das während sie beruflich auch noch hart kritisiert wird und sie tagtäglich um ihren Job kämpft. Die Anspannung ist deutlich spürbar und zieht sich durch das gesamte Buch.

Besonders komplex wird der Fall, als sich der Täterkreis immer weiter vergrößert und ständig neue Wendungen in die Geschichte eingebaut werden. Es wird nach und nach Vieles zwar aufgedeckt, nichts davon scheint aber zur Lösung des Falls beizutragen. Und während man mitfiebert und miträtselt, beschert uns Slaughter am Ende noch eine unvorhersehbare Überraschung, die einen fassungslos zurücklässt. Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich kurz den Gedanken in diese Richtung hatte, aber kopfschüttelnd verworfen habe. Dabei muss man bei Slaughter wirklich auf alles gefasst sein.

Was diesen Thriller schließlich darüber hinaus so lesenswert macht, ist die Dynamik zwischen Emmy und Jude, die beide charakterlich voll überzeugen. Ich bin gespannt, wie die Beziehung zwischen den beiden sich noch weiterentwickeln wird.

Fazit:
Der zweite Band der North-Falls-Reihe "Tödliches Verderben" von Karin Slaughter zeugt von temporeicher Ermittlungsarbeit, starken Charakteren und einem tiefgründigen Leitmotiv, das noch lange in Erinnerung bleibt. Brutal, ungeschönt, fesselnd!