Kriminalfall versus Charakterstudie
Der Thriller beginnt mit einem interessanten Prolog. Die Polizistin Allison will fliehen, was sich zunächst etwas kopflos und überhastet anfühlt. Und leider gelingt es ihr nicht, da bereits jemand in ihrem Haus ihre eigene Dienstwaffe auf sie richtet. Da wir noch erfahren, dass es sich dabei um einen geliebten Menschen handelt, scheint Allison den Täter zu erkennen. Wer dahintersteckt und welche Motive eine Rolle spielen, bildet den Ausgangspunkt der Geschichte.
Die anschließenden Ermittlungen unter Führung und aus Sicht von Chief Emmy Clifton sind sehr, sehr ausführlich beschrieben. Der gewählte Erzählstil ermöglicht eine große Nähe zu ihr, da man bei jedem Gedanken, jedem Gespräch, jeder Erkenntnis ganz nah dran ist. Andererseits verlangsamt die detailreiche Darstellung das Erzähltempo erheblich, was die Spannung deutlich mindert.
Emmys Handlungen sind stark von inneren Konflikten, Schuldgefühlen und Selbstzweifeln bestimmt. Gefördert wird dies durch den Tod der Mutter, dem Verhältnis zu ihrem getöteten Vater, der ebenfalls Chief war, und die von widerstreitenden Gefühlen geprägt Beziehung zu Jude. So wird der Analyse des seelischen Zustands von Emmy ein überproportional großer Stellenwert eingeräumt, für meinen Geschmack allerdings deutlich mehr, als der Handlung guttut.
Da der Thriller in der Kleinstadt North Falls spielt und Emmy durch familiäre und persönliche Verbindungen mit zahlreichen Bewohnern verknüpft ist, ist die Vielzahl an Namen zuweilen unübersichtlich. Die Ermittlungen sind eine Mischung aus klassischer Polizeiarbeit und Emmys persönlichen Einschätzungen und Kenntnissen der Lebensumstände und Charaktere von Opfer bzw. möglichen Verdächtigen.
Die große Stärke des Buches ist die Auseinandersetzung mit dem Thema häusliche Gewalt gegen Frauen. Dabei beleuchtet es nicht nur die Folgen für die Betroffenen selber und wie schwer es ist, sich aus einer von Gewalt geprägten Beziehung zu lösen, sondern auch die Auswirkungen auf deren Kinder, Angehörige und das soziale Umfeld.
Fazit: vor allem intensive Familiengeschichte und Fokus auf die Psyche von Emmy. Wer Wert auf die emotionale Entwicklung der Hauptperson legt, wird hier wahrscheinlich fündig werden. Mir persönlich hätten mehr Straffung und ein höheres Erzähltempo deutlich besser gefallen.
Die anschließenden Ermittlungen unter Führung und aus Sicht von Chief Emmy Clifton sind sehr, sehr ausführlich beschrieben. Der gewählte Erzählstil ermöglicht eine große Nähe zu ihr, da man bei jedem Gedanken, jedem Gespräch, jeder Erkenntnis ganz nah dran ist. Andererseits verlangsamt die detailreiche Darstellung das Erzähltempo erheblich, was die Spannung deutlich mindert.
Emmys Handlungen sind stark von inneren Konflikten, Schuldgefühlen und Selbstzweifeln bestimmt. Gefördert wird dies durch den Tod der Mutter, dem Verhältnis zu ihrem getöteten Vater, der ebenfalls Chief war, und die von widerstreitenden Gefühlen geprägt Beziehung zu Jude. So wird der Analyse des seelischen Zustands von Emmy ein überproportional großer Stellenwert eingeräumt, für meinen Geschmack allerdings deutlich mehr, als der Handlung guttut.
Da der Thriller in der Kleinstadt North Falls spielt und Emmy durch familiäre und persönliche Verbindungen mit zahlreichen Bewohnern verknüpft ist, ist die Vielzahl an Namen zuweilen unübersichtlich. Die Ermittlungen sind eine Mischung aus klassischer Polizeiarbeit und Emmys persönlichen Einschätzungen und Kenntnissen der Lebensumstände und Charaktere von Opfer bzw. möglichen Verdächtigen.
Die große Stärke des Buches ist die Auseinandersetzung mit dem Thema häusliche Gewalt gegen Frauen. Dabei beleuchtet es nicht nur die Folgen für die Betroffenen selber und wie schwer es ist, sich aus einer von Gewalt geprägten Beziehung zu lösen, sondern auch die Auswirkungen auf deren Kinder, Angehörige und das soziale Umfeld.
Fazit: vor allem intensive Familiengeschichte und Fokus auf die Psyche von Emmy. Wer Wert auf die emotionale Entwicklung der Hauptperson legt, wird hier wahrscheinlich fündig werden. Mir persönlich hätten mehr Straffung und ein höheres Erzähltempo deutlich besser gefallen.