Mit Anlaufschwierigkeiten, aber am Ende überzeugend

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butterfly72 Avatar

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Sheriff Emmy Clifton kommt gerade gemeinsam mit ihrer Schwester Jude und ihrem Sohn Cole von der Beerdigung ihrer Mutter, als sie mehrere Schüsse hören. In einem Haus finden sie die Leiche von Detective Allison Vickery. Diese lebte in einer gewalttätigen Beziehung. War ihr Mann der Täter?

Nach dem Reihenauftakt "Dunkle Sühne" ist "Tödliches Verderben" bereits der zweite Fall aus der North-Falls-Reihe rund um Sheriff Emmy Clifton von Clifton County.

Im Mittelpunkt steht diesmal der brutale Tod von Allison Vickery, selbst Polizistin. Sie wird erschossen aufgefunden, während ihre Tochter schwer verletzt ums Überleben kämpft. Schnell wird deutlich, dass Allison in einer gewalttätigen Beziehung gelebt hat. Damit beginnt für Emmy die Suche nach Antworten und nach demjenigen, der für die Tat verantwortlich ist.

Auch Emmy selbst steht wieder stark im Mittelpunkt. Der Tod ihrer Eltern, die kurz hintereinander verstorben sind, setzt ihr verständlicherweise sehr zu. Sie wirkt dadurch oft durcheinander und emotional belastet, war aber teilweise auch sehr anstrengend. Gleichzeitig rückt auch ihre Familie immer wieder in den Vordergrund und nimmt einen wichtigen Teil der Geschichte ein. Mit Jude bin ich persönlich leider nicht richtig warm geworden, besser gesagt immer noch nicht. Sie wirkt auf mich sehr unnahbar und hat teilweise eine unangenehme Art. Sie ist aber auf einem guten Weg. Cole hingegen mochte ich deutlich lieber. Er ähnelt seiner Mutter sehr, macht sich große Sorgen um sie und wirkt als Polizist sehr korrekt und pflichtbewusst.

Der Schreibstil von Karin Slaughter hat mir wieder gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen und grundsätzlich fesselnd. Allerdings hatte die Geschichte gerade in der ersten Hälfte einige Längen. Das war schon beim Reihenauftakt ein kleiner Kritikpunkt für mich, und auch hier hat es mich zunächst etwas gestört. Die Handlung wirkte stellenweise etwas steif und es dauerte, bis wirklich Spannung aufkam und die Geschichte spürbar Fahrt aufnahm. Doch die zweite Hälfte konnte mich dann tatsächlich überzeugen. Die Handlung wurde deutlich spannender, nahm mehr Fahrt auf und konnte mich immer mehr mitreißen. Dadurch wurden die anfänglichen Längen für mich wieder etwas ausgeglichen.

Fazit: Insgesamt hat mir "Tödliches Verderben" deshalb doch besser gefallen, als ich zunächst dachte. Es ist für mich zwar nicht ganz ohne Schwächen, aber die zweite Hälfte hat noch einiges herausgeholt und dafür gesorgt, dass ich am Ende zufrieden mit dem Buch war.