Zwischen Tokio, Neuanfang und großen Gefühlen
„Tokyo Seasons“ von Anne Pätzold hat mich vor allem durch seine besondere Atmosphäre abgeholt. Die Geschichte von Caitlyn beginnt mit einer Reise nach Tokio, die eigentlich viel mehr ist als nur ein Urlaub. Sie sucht etwas – oder vielleicht eher Antworten auf etwas, das sie bisher nicht richtig greifen konnte. Dass sie ausgerechnet dort auf Jude trifft, macht die Geschichte für mich besonders.
Interessant fand ich vor allem die ungewöhnliche Ausgangssituation: Caitlyn glaubt zunächst, über eine Dating-App mit Will zu schreiben. Erst später stellt sich heraus, dass sie in Wirklichkeit mit dessen bestem Freund Jude geschrieben hat. Was zunächst wie ein ziemlich chaotisches Missverständnis klingt, entwickelt sich nach und nach zu einer sehr persönlichen Begegnung. Jude zeigt Caitlyn Tokio und während ihrer gemeinsamen Streifzüge durch die winterliche Stadt lernen sich die beiden immer besser kennen.
Dabei geht es für mich nicht nur um die Liebesgeschichte. Caitlyn beschäftigt vor allem der Wunsch, endlich jemanden zu finden, bei dem sie sich wirklich verstanden und akzeptiert fühlt. Auch Jude trägt einiges mit sich herum und steht unter dem Druck seiner Familie und seiner eigenen Erwartungen. Gerade diese verletzlicheren Seiten der beiden haben mir gut gefallen, weil ihre Beziehung dadurch nicht nur oberflächlich romantisch wirkt.
Besonders schön fand ich das Tokio-Setting. Die winterliche Stadt, die beleuchteten Straßen, Yanaka und der Tokyo Tower geben der Geschichte eine ganz eigene Stimmung.