Süßer Ausflug nach Japan jedoch flach

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inkerbellhc Avatar

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Zuerst die positiven Punkte:
Ich mochte den Schreibstil sehr, Anne hat eine tolle Art mit wörtern zu spielen und die Beschreibungen waren wirklich sehr schön, sodass man direkt in die Welt gezogen wurde.

Ebenso merkt man ihre Liebe zu Japan in dem Buch sehr stark. Es ist alles sehr gut recherchiert, schön beschrieben und fühlt sich bisschen wie ein zurückkommen nach Japan an. Es wurde auf viele Kleinigkeiten geachtet, was ich sehr schön finde, da ich bei anderen Büchern, die in Japan spielen, schon anderes erlebt habe.

Nun die negativen Punkte bzw was mir nicht so gefallen hat.
Zum einen waren die Charaktere für mich leider sehr flach und es hat mir an tiefe gefehlt. Sie waren super austauschbar und ich fand die Dynamik leider nicht sehr schön. Caitlyn wirkte sehr unsympathisch auf mich (was an sich kein Problem ist), aber so hat sich für mich auch nicht ergeben warum eine Chemie entstehen sollte. Oftmals sind leider auch Vermutungen von ihr über andere angestellt worden, die meine Meinung nach sehr aus der Luft gegriffen waren oder aufgrund der kurzen Zeit, die sich die Charaktere kannten, keinen Sinn machten. Vielleicht liegt es aber auch nur an mir. Jedenfalls war es daher für mich nicht nachvollziehbar, dass sich die Charaktere so unglaublich schnell gegenüber öffnen und direkt wie eine found Family sind, obwohl sie sich erst paar Tage kennen und kein zu besonderes Ereignis sich ergibt, was sie zusammenschweißt (wie es zb bei Fantasy ab und an ist).

Es wurden einige Themen angeschnitten die auch "deep" sind, (bitte Trigger warnings beachten), es fühlte sich aber eher für mich so an als müsste man jedem Charakter ein päckchen mitgeben, sodass er interessanter wird. Jedoch fehlte mir auch dabei die tiefe. Ich finde, wenn man so Themen mit einbringt sollte man da mehr Charakterstärke reingeben und es nicht nur kurz an der Oberfläche ankratzen, sodass es vorkommt. Zumal es für mich auch bei den meisten nun nicht so ins Gewicht gefallen ist, dass es dir Geschichte massiv ändern würde, wenn es nicht so ist. Ich denke bei dem, was angekratzt wurde, sollten dann die Charaktere besser darauf ausgearbeitet werden, oder man lässt die Punkte eben weg.

Am meisten hat mir aber irgendwie die Chemie zwischen caitlyn und Jude gefehlt. Vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen, aber es fühlte sich nicht an als würde da was knistern und das miteinander war für mich eher platonisch, auch wenn eine tiefere Beziehungsebene angedeutet wurde. Hierbei rede ich nicht von fehlenden Spice (das braucht man nicht unbedingt), aber ich hab leider so gar keine Spannung zwischen den beiden gemerkt.

Alles in allem kein schlechtes Buch, aber für mich war es eher ein Kurzurlaub nach Japan, statt eine süße oder deepe Geschichte zur Weihnachtszeit.