winterliche Romance nur dem Setting nach

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maulwurf123 Avatar

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"Tokyo Seasons" ist ein Roman von Autorin Anne Pätzold. Als Taschenbuchausgabe ist der Titel mit ca. 368 Seiten seit Mitte September diesen Jahres im dtv-Verlag erhältlich. Das Cover passt hervorragend zur Geschichte und weckt bereits beim Betrachten den Flair des Handlungsschauplatzes, das winterliche Tokio.

Und darum geht es genau: Kurz vor Weihnachten ist Protagonistin Caitlyn beruflich in Tokio unterwegs. Auf einer Dating-App, bei der man pro Chatnachricht mindestens 75 Wörter schreiben muss, lernt sie Will kennen. Als sie ihm im echten Leben dann über den Weg läuft, stellt sich heraus, dass eigentlich seine Freunde Emma und Jude dahinterstecken. Zur Wiedergutmachung wird Caitlyn von Jude in Tokio herumgeführt. Doch Caitlyn ist nicht nur beruflich in Tokio, sie hat auch einen privaten Grund aus welchem sie sich dann auch noch etwas länger in der Hauptstadt Japans aufhält. Denn dort verliert sich die Spur ihres Vaters, der sie vor 10 Jahren verlassen hat...

Der Schreibstil von Anne Pätzold ist angenehm flüssig. Als Leser kommt man schnell in die Geschichte hinein. Das winterliche Tokio ist anschaulich beschrieben, sodass man sich die Schauplätze bildhaft vorstellen kann,
Um zur Protagonistin Caitlyn einen Draht zu entwickeln habe ich mich beim Lesen eher schwer getan. Ihren Charakter konnte ich nicht ganz durchschauen.
"Tokyo Seasons" ist definitiv keine klassische Romance. Die Liebesgeschichte von Caitly und Jude rückt eher in den Hintergrund, sobald es in der Mitte des Romans an die Suche nach Caitlyns Vater geht. Auch ist die Beziehung zwischen den beiden eher unausgereift und hat wenig Tiefgang. Ganz verstehen und nachvollziehen wie sich nun im Laufe der Kapitel eine (romantische) Anziehung zwischen den beiden Figuren entwickeln hat können, habe ich leider nicht. Dafür hat mich aber die Suche durch Tokyo und die wahren Gründe zum Verschwinden von Caitlyns Vater in Spannung versetzen können.

Mein Fazit: Den Roman kann man gut zwischendurch mal lesen; viel Tiefgang und eine winterliche Romance findet man hier jedoch eher weniger. Drei Sterne.