Kindgerechtes Plädoyer für Tauben und Ratten

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**Inhaltsangabe Verlag:**
Die Ratten aus Haus Nummer 12 staunen nicht schlecht, als eines Tages ein Taubenküken samt Nest vor ihrem Kellerfenster landet. Kurzerhand nehmen sie den kleinen Tom bei sich auf und ziehen ihn liebevoll groß. Für Tom wird das Rattenrudel zur Familie. Doch je älter er wird, desto deutlicher spürt er: Er ist anders. Als er sich aufmacht, das Leben als Taube kennenzulernen, beginnt ein turbulentes und gefährliches Abenteuer. Wird Tom seinen Platz in der Welt finden? Und was wird aus seiner Familie, wenn er eigene Wege geht? Filmisch erzählt und atmosphärisch bebildert begeistert »Tom Tauber« für zwei oft missverstandene Tierarten – und zeigt: Es ist etwas ganz Besonderes, eine Ratte der Lüfte zu sein!

Mit dem Kauf dieses Buches unterstützt du das Stadttaubenprojekt #respekttaube des Deutschen Tierschutzbundes.

**Meine Inhaltsangabe:**
Eines Tages plumpst ein Nest vom Baum, in dem ein Taubenbaby sitzt. Die Ratten, vor deren Kellerfenster der Absturz stattfand sind sich einig: das Federbaby braucht Hilfe. Und so ziehen sie es zu sich in den Keller und päppeln es mit versteckter Hilfe des in dem Haus lebenden Sven Hansen, auf. Tom, wie die Taube bald heißt, wächst heran und liebt sein Leben unter den Nagern. Jedoch fragt er sich schon, warum sein Fell so ganz anders ist, als dass seiner Familie. Und warum er als einziger sich nach der Sonne und dem Trubel auf der Straße sehnt. Da begegnet er Taube Stella und plötzlich ist ihm klar: er ist gar keine Ratte! Nun steht er vor der Entscheidung: entweder im Keller bei den Ratten bleiben oder sein neuentdecktes Leben als Taube führen.

Erster Satz: »Mitten in der Stadt, in einem kleinen alten Haus mit der Nummer 12, wohnt Sven Hansen.«

**Mein Eindruck:**
Ich habe mich vom ersten Blick an in das Cover verliebt. Doch das ist nur der Anfang, denn die Zeichnungen im Inneren stehen dem in nichts nach, ganz im Gegenteil. In schönen, warmen Farben und so vielen Details gibt es auf jeder Seite ganz viel zu entdecken und jedes weitere Umblättern zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Doch es sind nicht nur diese wunderschönen Illustrationen, sondern auch die Story selbst, die einfach großartig ist. Ich finde es seit je her schlimm, dass Tauben und Ratten oftmals so sehr gehasst werden. Dabei sind sie keine dreckigen Bazillenschleudern, wie man hinten im Buch auf den beiden Seiten mit Sachwissen erfahren kann. Die Idee, eine Taube zu einem Familienmitglied einer Rattentruppe zu machen, ist wirklich nett und die Umsetzung absolut gelungen. Mitzuerleben, wie Tom herausfindet, dass er eine Taube ist und wie er sich Gedanken darüber macht, wie er mit diesem Wissen weiterhin bei den Ratten leben können soll, ist so herzallerliebst. Vor allem, wie glücklich er ist, als ein Mensch Tom und die anderen Stadttauben als Ratten der Lüfte beschimpft. Denn für ihn bedeutet das doch, dass er vielleicht doch nicht so anders ist, als seine Familie und er einfach beides sein kann: eine Ratte UND eine Taube! Mir gefällt, wie die Themen Familie und Identität verpackt sind und welche wichtige Rolle der Tierschutz spielt. Vielleicht sehen die Kids die Tauben in der Stadt nach der Lektüre nicht mehr nur als Jagdobjekt und vielleicht, nur vielleicht bekommen auch die Eltern, die oftmals ihre Kids die armen Vögel kommentarlos jagen lassen, einen anderen Blick auf die missverstandenen Tiere. Ein sehr schönes Kinderbuch mit wichtigen Werten, die spielerisch und humorvoll vermittelt werden. 5/5 Sterne.