Schlaflose Nächte in Wien und ein See voller Grauen
In dem Thriller "Totensee" von Sophie Czerny, der sich perfekt für Jugendliche ab etwa 16 Jahren und natürlich auch für Erwachsene eignet, geht es um eine extrem düstere und mysteriöse Kriminalgeschichte. Im Mittelpunkt steht Ada Sabel, eine Ermittlerin aus Wien, die völlig am Boden zerstört ist, weil ihre Tochter Mara seit Monaten spurlos verschwunden ist. Die Geschichte springt zwischen verschiedenen, ziemlich verstörenden Ereignissen hin und her, darunter eine kopflose Leiche auf einem Boot in Wien, ein brutaler Mord an einer älteren Frau in Berlin und ein absolut unheimlicher Typ in Bayern, der einen gruseligen Altar im Keller hat. Alles scheint irgendwie mit Adas Vergangenheit und dem Verschwinden ihrer Tochter zusammenzuhängen.
Das Cover hat mich gleich in seinen Bann gezogen, weil es durch diese extremen Kontraste voll ins Auge springt. Die Kombination aus dem leuchtenden, fast schon giftigen Lila des Sees und dem knalligen Gelb der Schrift zieht die Aufmerksamkeit sofort auf sich. Der Rabe im Zentrum, der sich im Wasser spiegelt, erzeugt sofort eine total unheilvolle und dichte Atmosphäre, die perfekt zu einem Thriller passt. Es wirkt modern, ein bisschen dreckig durch den Grunge-Effekt der Schrift und macht extrem neugierig auf den Inhalt.
Besonders gut gefallen hat mir, wie kompromisslos und direkt die Autorin die kaputte Welt der Hauptfigur beschreibt. Ada ist keine glatte, perfekte Heldin, sondern innerlich völlig zerstört, ritzt sich und sucht in Clubs nach stumpfer Ablenkung, nur um überhaupt noch irgendetwas zu spüren. Diese rohe, ungeschönte Darstellung von Trauer und psychischem Schmerz hat mich emotional richtig gepackt. Auch die verschiedenen Schauplätze sorgen für eine echt abwechslungsreiche Dynamik.
Was mir dagegen nicht ganz so gut gefallen hat, war die schiere Menge an Baustellen und Charakteren, die direkt am Anfang aufgemacht werden. Man springt von Wien nach Berlin, dann nach Bad Reichenhall und schließlich noch zu diesem seltsamen Wächter nach Büttelsdorf. Das sorgt zwar für viel Abwechslung, wirkt aber auf den ersten paar Seiten auch ein kleines bisschen überladen, sodass man sich extrem konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren.
Der Schreibstil ist super flüssig, sehr bildhaft und erzeugt von der ersten Seite an eine richtig drückende, dichte Stimmung. Sophie Czerny schafft es meisterhaft, durch die kurzen Szenenwechsel den Spannungsaufbau extrem hochzuhalten, weil quasi an jeder Ecke ein neues Rätsel wartet. Die Charaktere, allen voran Ada mit ihrer rebellischen und gleichzeitig verletzlichen Art, wirken authentisch und tiefgründig. Selbst die Nebenfiguren wie der alte Freddie von der Hochschaubahn haben sofort Wiedererkennungswert.
Dieses Buch ist perfekt geeignet für alle Leser, die auf richtig düstere, psychologische Thriller stehen und kein Problem mit harten Themen und kaputten Antihelden haben. Wer Geschichten mag, die im echten Leben spielen und bei denen man die Puzzleteile der verschiedenen Handlungsstränge selbst zusammensetzen muss, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Nach dieser Leseprobe will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und ob Ada in der Pathologie wirklich ihre tote Tochter vor sich hat oder ob Mara noch lebt. Ich erwarte eine extrem spannende, wendungsreiche Jagd nach der Wahrheit und werde das Buch definitiv komplett lesen.
Das Cover hat mich gleich in seinen Bann gezogen, weil es durch diese extremen Kontraste voll ins Auge springt. Die Kombination aus dem leuchtenden, fast schon giftigen Lila des Sees und dem knalligen Gelb der Schrift zieht die Aufmerksamkeit sofort auf sich. Der Rabe im Zentrum, der sich im Wasser spiegelt, erzeugt sofort eine total unheilvolle und dichte Atmosphäre, die perfekt zu einem Thriller passt. Es wirkt modern, ein bisschen dreckig durch den Grunge-Effekt der Schrift und macht extrem neugierig auf den Inhalt.
Besonders gut gefallen hat mir, wie kompromisslos und direkt die Autorin die kaputte Welt der Hauptfigur beschreibt. Ada ist keine glatte, perfekte Heldin, sondern innerlich völlig zerstört, ritzt sich und sucht in Clubs nach stumpfer Ablenkung, nur um überhaupt noch irgendetwas zu spüren. Diese rohe, ungeschönte Darstellung von Trauer und psychischem Schmerz hat mich emotional richtig gepackt. Auch die verschiedenen Schauplätze sorgen für eine echt abwechslungsreiche Dynamik.
Was mir dagegen nicht ganz so gut gefallen hat, war die schiere Menge an Baustellen und Charakteren, die direkt am Anfang aufgemacht werden. Man springt von Wien nach Berlin, dann nach Bad Reichenhall und schließlich noch zu diesem seltsamen Wächter nach Büttelsdorf. Das sorgt zwar für viel Abwechslung, wirkt aber auf den ersten paar Seiten auch ein kleines bisschen überladen, sodass man sich extrem konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren.
Der Schreibstil ist super flüssig, sehr bildhaft und erzeugt von der ersten Seite an eine richtig drückende, dichte Stimmung. Sophie Czerny schafft es meisterhaft, durch die kurzen Szenenwechsel den Spannungsaufbau extrem hochzuhalten, weil quasi an jeder Ecke ein neues Rätsel wartet. Die Charaktere, allen voran Ada mit ihrer rebellischen und gleichzeitig verletzlichen Art, wirken authentisch und tiefgründig. Selbst die Nebenfiguren wie der alte Freddie von der Hochschaubahn haben sofort Wiedererkennungswert.
Dieses Buch ist perfekt geeignet für alle Leser, die auf richtig düstere, psychologische Thriller stehen und kein Problem mit harten Themen und kaputten Antihelden haben. Wer Geschichten mag, die im echten Leben spielen und bei denen man die Puzzleteile der verschiedenen Handlungsstränge selbst zusammensetzen muss, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Nach dieser Leseprobe will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und ob Ada in der Pathologie wirklich ihre tote Tochter vor sich hat oder ob Mara noch lebt. Ich erwarte eine extrem spannende, wendungsreiche Jagd nach der Wahrheit und werde das Buch definitiv komplett lesen.