145 Schnitte
Worum geht’s?
Seit 145 Tagen ist die 14-jährige Mara verschwunden. 145 Tage, die ihre Mutter, Kommissarin Ada Sabel, nicht vergessen kann. 145 Schnitte, die sie sich wie eine Strichliste in die Haut geritzt hat. Doch niemand glaubt Ada. Alle sind überzeugt, Mara sei einfach abgehauen. Bis am Ufer des Wiener Donaukanals eine Leiche auftaucht. Und in deren Rücken ist Adas Name eingeritzt.
Meine Meinung:
Mit „Totensee“ legt Sophie Czerny ein Thrillerdebüt vor, das mich wirklich kalt erwischt hat. Kurze Kapitel, schnelle Orts- und Zeitwechsel und ein lebendiger, eindringlicher Schreibstil sorgen dafür, dass man kaum zur Ruhe kommt. Anfangs musste ich mich in diesem Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart erst orientieren. Dann war ich drin. Mitten in einer düsteren Realität, aus der es kaum ein Entkommen gibt.
Im Mittelpunkt steht Ada, deren Leben seit dem Verschwinden ihrer Tochter immer weiter zerbricht. Vom Dienst suspendiert, von niemandem ernst genommen und zusätzlich verfolgt von den Narben ihrer eigenen Vergangenheit, driftet sie immer wieder weg. Und trotzdem gibt sie Mara nicht auf. An ihrer Seite steht ihre beste Freundin und Anwältin Heidi, auf die sie sich blind verlassen kann. Daneben begegnen wir Adas Chef Heimo und bekommen immer wieder Einblicke zu Maras. Selbst Täter und Opfer bleiben hier keine bloßen Figuren, sondern bekommen erschreckend reale Konturen.
Und dann sind da die Rückblicke. Die sind hart. Richtig hart.
Kindesmissbrauch, illegale Medikamententests, Vertuschung und Verrat führen uns in ein Kinderheim, dessen bedrückende Zustände lange Schatten werfen. Wir begegnen den misshandelten Kindern später als Erwachsenen wieder und Stück für Stück wird klar, dass manche Wunden niemals wirklich verheilen. Parallel führen Adas Ermittlungen von Wien bis nach Bayern und sogar in meine Wahlheimat, was die Geschichte für mich noch ein Stück greifbarer gemacht hat. Vor allem aber bleibt sie durchgehend spannend und unvorhersehbar. Immer wenn ich glaubte, langsam zu verstehen, wohin alles führt, verschob Sophie Czerny wieder ein Puzzleteil.
Ist „Totensee“ grausam? Definitiv. Hätte es eine Triggerwarnung gebraucht, wie teilweise kritisiert wird? Vielleicht. Für mich darf ein Thriller allerdings genau dorthin gehen, wo es wehtut. Ich möchte, dass er mich an Abgründe führt, meine Grenzen austestet und diese manchmal überschreitet. Die Themen hier sind schwer auszuhalten. Aber genau deshalb dürfen sie sich auch nicht leicht lesen.
Und „Totensee“ liest sich nicht leicht. Es packt. Es verstört. Es tut weh! Besonders gelungen fand ich dabei die Konstruktion der Geschichte. Man muss aufmerksam bleiben, doch nach und nach fügen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem erschreckenden Gesamtbild zusammen. Bis schließlich eine Lösung vor uns liegt, die für mich genau so sein musste. Dieses Thrillerdebüt hat mich trotz – oder gerade wegen – seiner harten Momente vollkommen gepackt. Es ist düster, beklemmend, unvorhersehbar und erschreckend intensiv. Es ging mir unter die Haut. Und dort ist es geblieben.
Fazit:
Was für ein Thrillerdebüt! „Totensee“ von Sophie Czerny ist düster, grausam und definitiv nichts für schwache Nerven. Die harte Thematik, die beklemmende Atmosphäre und die vielen unerwarteten Wendungen haben mich gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Ein Thriller, der wehtut, Grenzen überschreitet und mir ordentlich unter die Haut gegangen ist. Ich bin jetzt schon gespannt, was Sophie Czerny als Nächstes für uns bereithält.
5 blutige Sterne von mir.
Seit 145 Tagen ist die 14-jährige Mara verschwunden. 145 Tage, die ihre Mutter, Kommissarin Ada Sabel, nicht vergessen kann. 145 Schnitte, die sie sich wie eine Strichliste in die Haut geritzt hat. Doch niemand glaubt Ada. Alle sind überzeugt, Mara sei einfach abgehauen. Bis am Ufer des Wiener Donaukanals eine Leiche auftaucht. Und in deren Rücken ist Adas Name eingeritzt.
Meine Meinung:
Mit „Totensee“ legt Sophie Czerny ein Thrillerdebüt vor, das mich wirklich kalt erwischt hat. Kurze Kapitel, schnelle Orts- und Zeitwechsel und ein lebendiger, eindringlicher Schreibstil sorgen dafür, dass man kaum zur Ruhe kommt. Anfangs musste ich mich in diesem Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart erst orientieren. Dann war ich drin. Mitten in einer düsteren Realität, aus der es kaum ein Entkommen gibt.
Im Mittelpunkt steht Ada, deren Leben seit dem Verschwinden ihrer Tochter immer weiter zerbricht. Vom Dienst suspendiert, von niemandem ernst genommen und zusätzlich verfolgt von den Narben ihrer eigenen Vergangenheit, driftet sie immer wieder weg. Und trotzdem gibt sie Mara nicht auf. An ihrer Seite steht ihre beste Freundin und Anwältin Heidi, auf die sie sich blind verlassen kann. Daneben begegnen wir Adas Chef Heimo und bekommen immer wieder Einblicke zu Maras. Selbst Täter und Opfer bleiben hier keine bloßen Figuren, sondern bekommen erschreckend reale Konturen.
Und dann sind da die Rückblicke. Die sind hart. Richtig hart.
Kindesmissbrauch, illegale Medikamententests, Vertuschung und Verrat führen uns in ein Kinderheim, dessen bedrückende Zustände lange Schatten werfen. Wir begegnen den misshandelten Kindern später als Erwachsenen wieder und Stück für Stück wird klar, dass manche Wunden niemals wirklich verheilen. Parallel führen Adas Ermittlungen von Wien bis nach Bayern und sogar in meine Wahlheimat, was die Geschichte für mich noch ein Stück greifbarer gemacht hat. Vor allem aber bleibt sie durchgehend spannend und unvorhersehbar. Immer wenn ich glaubte, langsam zu verstehen, wohin alles führt, verschob Sophie Czerny wieder ein Puzzleteil.
Ist „Totensee“ grausam? Definitiv. Hätte es eine Triggerwarnung gebraucht, wie teilweise kritisiert wird? Vielleicht. Für mich darf ein Thriller allerdings genau dorthin gehen, wo es wehtut. Ich möchte, dass er mich an Abgründe führt, meine Grenzen austestet und diese manchmal überschreitet. Die Themen hier sind schwer auszuhalten. Aber genau deshalb dürfen sie sich auch nicht leicht lesen.
Und „Totensee“ liest sich nicht leicht. Es packt. Es verstört. Es tut weh! Besonders gelungen fand ich dabei die Konstruktion der Geschichte. Man muss aufmerksam bleiben, doch nach und nach fügen sich Vergangenheit und Gegenwart zu einem erschreckenden Gesamtbild zusammen. Bis schließlich eine Lösung vor uns liegt, die für mich genau so sein musste. Dieses Thrillerdebüt hat mich trotz – oder gerade wegen – seiner harten Momente vollkommen gepackt. Es ist düster, beklemmend, unvorhersehbar und erschreckend intensiv. Es ging mir unter die Haut. Und dort ist es geblieben.
Fazit:
Was für ein Thrillerdebüt! „Totensee“ von Sophie Czerny ist düster, grausam und definitiv nichts für schwache Nerven. Die harte Thematik, die beklemmende Atmosphäre und die vielen unerwarteten Wendungen haben mich gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Ein Thriller, der wehtut, Grenzen überschreitet und mir ordentlich unter die Haut gegangen ist. Ich bin jetzt schon gespannt, was Sophie Czerny als Nächstes für uns bereithält.
5 blutige Sterne von mir.