Absolut gelungenes Thriller-Debüt

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c-bird Avatar

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Ada Sabel, suspendierte Kommissarin beim LKA Wien, ist verzweifelt. Seit fünf Monaten ist sie auf der Suche nach ihrer 14-jährigen Tochter Mara. Sie ist überzeugt, dass Mara entführt wurde, während die Polizei glaubt, dass das Mädchen von zu Hause ausgerissen ist. Doch dann taucht eine kopflose Leiche am Ufer des Donaukanals auf. Sie trägt eine Botschaft an Ada auf dem Rücken. Die Kommissarin beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und muss sich dabei auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Im Mittelpunkt steht die Ermittlerin Ada. Ihre Verzweiflung ist deutlich spürbar und sehr intensiv. Da sie mit ihrer Tochter im Streit auseinanderging, plagt sie sich mit Selbstvorwürfen und der Wunsch Mara lebendig wiederzufinden, ist allgegenwärtig. Dies führt dazu, dass Ada auch oft die Grenzen überschreitet und auch gewalttätig werden kann. Dennoch war mir die suspendierte LKA-Ermittlerin sympathisch. Mit an ihrer Seite ist die Rechtsanwältin Heidi Bauer, mit der Ada schon seit Kindheitstagen eine Freundschaft verbindet.
Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Diese wechseln ständig, ebenso wie die Schauplätze. Anfänglich ist dies etwas verwirrend, da man zunächst gar keinen Zusammenhang erkennen kann. Doch zum Glück ist jedes Kapitel entsprechend gekennzeichnet, so dass man sich nach einiger Zeit gut zurechtfindet. Die Kapitel sind übrigens sehr kurz, was ich als sehr angenehm empfand. Zudem gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, während der Hauptteil der Handlung im Winter 2002 angesiedelt ist. Die Atmosphäre ist recht düster, was nicht nur an der dunklen Jahreszeit, sondern hauptsächlich der Thematik geschuldet war.
Einige der Szenen sind schon recht heftig, wobei es manchmal noch nicht einmal die detaillierten Beschreibungen sind. Allein die Andeutung setzt ein Kopfkino in Gang, das kaum zu bremsen ist. Der Erzählstil mit seiner kurz gehaltenen, knappen Sprache hat mir sehr gut gefallen. Auch nachdem das anfängliche Verwirrspiel der vielen Handlungsstränge sich begann aufzulösen, war es eigentlich nur noch spannend.
Mit „Totensee“ ist Sophie Czerny ein absolut spannendes Thriller-Debüt gelungen. Besonders die kurzen Kapitel und die überraschenden Wendungen konnten mich vollkommen begeistern. Ich freue mich schon auf weitere Werke der Autorin.