Dranbleiben lohnt sich bei diesem beklemmenden Thrillerdebüt

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manuel2806 Avatar

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Bei „Totensee“ von Sophie Czerny hatte ich anfangs tatsächlich ein paar Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Die verschiedenen Zeitebenen, Schauplätze und Perspektiven haben zunächst einiges an Aufmerksamkeit verlangt. Doch hier kann ich definitiv sagen: Dranbleiben lohnt sich!

Ada Sabel ist suspendierte Kommissarin und davon überzeugt, dass ihre 14-jährige Tochter Mara entführt wurde. Seit fünf Monaten fehlt von ihr jede Spur und niemand glaubt Ada. Dann wird am Donaukanal eine kopflose Leiche gefunden, auf deren Rücken ausgerechnet ihr Name eingeritzt wurde. Für Ada steht fest, dass das kein Zufall sein kann.

Je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte gepackt. Sophie Czerny schafft es in ihrem Debüt sehr gut, eine düstere und beklemmende Spannung aufzubauen. Nach und nach beginnen die verschiedenen Puzzleteile ineinanderzugreifen und gerade dadurch haben sich meine anfänglichen Schwierigkeiten mit der Geschichte letztendlich absolut ausgezahlt.

Besonders interessant fand ich Ada selbst. Sie befindet sich am absoluten Tiefpunkt und die Ungewissheit darüber, was mit ihrer Tochter geschehen ist, hat deutliche Spuren bei ihr hinterlassen. Gleichzeitig ist sie fest entschlossen, Mara zu finden, selbst wenn sie dafür Grenzen überschreiten muss. Gerade diese Mischung aus suspendierter Ermittlerin und verzweifelter Mutter hat sie für mich zu einer spannenden Protagonistin gemacht.

Auch Sophie Czernys Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Nachdem ich mich erst einmal an die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen gewöhnt hatte, ließ sich die Geschichte für mich immer flüssiger lesen. Je tiefer ich darin versunken war, desto schwerer fiel es mir, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Für mich ist „Totensee“ ein richtig starkes und beklemmendes Thrillerdebüt, das nach einem etwas schwierigeren Einstieg zunehmend an Fahrt aufnimmt. Die düstere Atmosphäre, eine interessante Protagonistin und die nach und nach zusammenlaufenden Handlungsstränge haben mich letztendlich richtig überzeugen können.

Und eines steht für mich definitiv fest: Von Sophie Czerny möchte ich mehr lesen!