Fesselnd, aber leicht verwirrend

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lilli333 Avatar

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Seit fünf Monaten ist Ada Sabels Tochter Mara spurlos verschwunden. Ada ist sich sicher, dass Mara entführt wurde, doch ihre Kollegen vom LKA Wien haben Zweifel, zumal Ada scheinbar mit hohem Blutalkoholspiegel einen Unfall hatte und sich kaum erinnern kann. Deswegen ist sie auch vom Dienst suspendiert. Doch Ada lässt sich nicht davon abbringen, nach Mara zu suchen. Die Einzige, die ihr glaubt, ist Heidi, ihre Freundin aus Kindheitstagen, die sie ewig nicht gesehen hat. Die beiden Frauen verbindet eine düstere Vergangenheit.

„Totensee“ ist das Thrillerdebüt von Sophie Czerny. Mich konnte die Story gut fesseln. Spannung, zuweilen nur unterschwellig, ist durchgehend vorhanden. Der Handlung liegen bedrückende Vorkommnisse zugrunde, die nicht unbedingt für alle Lesenden erträglich sein dürften.

Obwohl mir die Protagonistin Ada nicht wirklich sympathisch war, bin ich ihr gerne auf der Suche nach ihrer Tochter Mara gefolgt. Es war gut nachzuvollziehen, was sie zu ihrem jeweiligen Verhalten antreibt, auch wenn man es nicht immer gutheißen kann. Schnell wird klar, dass Maras Verschwinden etwas mit Adas eigener Vergangenheit zu tun haben muss, an die sie sich allerdings nicht erinnert. Ihre Erlebnisse waren so schlimm, dass ihr Gehirn sie weggeschlossen hat. Nach und nach kommen sie im Verlauf der Handlung dann wieder an die Oberfläche.

Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz, sodass der Lesefluss immer wieder unterbrochen wird. Zudem ist die Anzahl der Orts- und Zeitwechsel enorm. Ich habe ehrlich gesagt irgendwann den Überblick verloren. Mal sind wir in der Handlung „14 Jahre zuvor“, mal „15 Jahre zuvor“, dann auch mal 13, 11, 3 und 1 Jahr vorher, wobei die Erzählung in der Vergangenheit nicht chronologisch erfolgt, sondern immer wieder in den Jahren hin und her springt. Die Handlung der Gegenwart ereignet sich in einigen Tagen im Dezember 2002.

Fazit:
Ein spannender Psychothriller um eine verzweifelte Mutter, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Durch das zeitliche Hin und Her leider etwas verwirrend, bei sehr aufmerksamem Lesen aber zu managen.

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
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