geht an die Substanz

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coffee2go Avatar

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Das Thrillerdebüt mit der vom Dienst freigestellten LKA-Ermittlerin Ada, hat einen persönlichen und emotionalen ersten Fall geliefert. Ada befindet sich in einem psychischen und physischen Ausnahmezustand, ihre 14jährige Tochter Mara ist nach einem Streit seit fünf Monaten verschwunden. Sie vermutet eine Entführung, niemand glaubt ihr so recht, daher ermittelt sie auf eigene Faust und später mit Hilfe ihrer wiedergewonnenen Freundin und Anwältin Heidi.
Ada finde ich als Charakter spannend und je mehr man von ihrer Vergangenheit erfährt, umso mehr Verständnis kann man auch für ihre Verhaltensweisen aufbringen. Ihre Kindheit im religiösen Jugendheim war so schlimm, dass sie vieles davon selbst verdrängt hat, was sich jetzt, durch das Verschwinden ihrer Tochter, wieder an die Oberfläche kämpft und zusätzlich bearbeitet werden muss.
Der Thriller ist temporeich und sprunghaft, es gibt keinen geradlinigen Erzählstrang, sondern immer wieder Rückblenden und Szenenwechsel, sodass die Spannung durchgehend aufrechterhalten wird. Zu Beginn braucht man allerdings eine gewisse Zeitspanne, um sich einzufinden und zu orientieren, aber danach ist es klar verständlich. Besonders gelungen finde ich die Erzählatmosphäre und die drückende, emotionale Leidensgeschichte von Ada aus heutiger und damaliger Sicht. Gewaltszenen und Missbrauch an Kindern sowie Selbstverletzungsszenen werden detailliert und mehrmals beschrieben, das muss man aushalten können oder überblättern, aber es geht schon in die Tiefe.
Nicht ganz so gelungen finde ich die Auflösung am Ende, da ging mir dann alles zu glatt und zu sehr auf den letzten Drücker, hier wäre etwas weniger besser und natürlicher gewesen.