Guter Einstieg, schwächeres Ende

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jana1406 Avatar

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„Totensee“ von Sophie Czerny ist ein Thriller, der mich insgesamt gut unterhalten hat, auch wenn es für mich einige Punkte gab, die den Lesegenuss etwas geschmälert haben.

Die kurzen Kapitel fand ich beim Lesen sehr angenehm. Dadurch lässt sich das Buch auch gut in kürzeren Etappen lesen, und man kommt schnell voran. Der Schreibstil von Sophie Czerny hat mir ebenfalls gut gefallen. Er ist flüssig und unkompliziert, sodass ich gut durch die Geschichte gekommen bin. Gerade in einem Thriller finde ich es angenehm, wenn die Sprache nicht unnötig kompliziert ist und die Handlung im Vordergrund bleibt.

Die Geschichte selbst ist interessant aufgebaut und bietet immer wieder spannende Momente. Man möchte wissen, wie sich die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen und welche Zusammenhänge hinter den Ereignissen stecken. Allerdings haben mich die vielen Perspektivwechsel teilweise im Lesefluss gestört. Zwar bekommt man dadurch unterschiedliche Einblicke in die Handlung und die beteiligten Personen, für mich waren die Wechsel aber nicht immer ganz leicht nachzuvollziehen. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Ruhe und einen klareren Fokus gewünscht.

Auch das Ende konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Ohne zu spoilern, war mir die Auflösung insgesamt zu konstruiert. Für meinen Geschmack wirkte manches nicht mehr ganz so glaubwürdig wie der Aufbau der Geschichte zuvor. Gerade bei einem Thriller ist für mich eine schlüssige und nachvollziehbare Auflösung besonders wichtig. Hier hätte ich mir eine Lösung gewünscht, die sich natürlicher aus der bisherigen Handlung ergibt.

Trotz dieser Kritikpunkte habe ich „Totensee“ gerne gelesen. Die kurzen Kapitel, der angenehme Schreibstil und die grundsätzlich spannende Geschichte sorgen dafür, dass man schnell vorankommt und immer wieder neugierig auf den weiteren Verlauf ist. Die Schwächen bei den Perspektivwechseln und insbesondere bei der Auflösung verhindern für mich allerdings eine höhere Bewertung.

Mein Fazit: „Totensee“ ist ein unterhaltsamer Thriller mit einem angenehmen Schreibstil und einer lesefreundlichen Kapitelgestaltung. Wer spannende Geschichten mit kurzen Kapiteln mag, kann hier durchaus zugreifen. Beim Ende und bei den zahlreichen Perspektivwechseln sehe ich jedoch noch Luft nach oben. Insgesamt vergebe ich 3 von 5 Sternen.