Spannend, aber unrealistisch, bräuchte eine Triggerwarnung
Das Buch ist gutgeschrieben und ich fand es auch sehr spannend. Allerdings gibt es sehr kurze Kapitel und außergewöhnlich viele Wechsel in Erzählzeit, Ort und Perspektive, was zum Lesen herausfordernd ist. Auf mich wirkte diese Konstruktion sehr bemüht und hat meinen Lesefluss gestört. Adas Suche nach ihrer Tochter und ihre Recherchen entwickeln sich zu einem Roadtrip und relativ früh zeigt sich, dass es um verschiedene Arten von Missbrauch an Kindern in kirchlichen Einrichtungen geht. Dazu gibt es viele unnötig grausame Gewaltszenen, das Ganze ist düster und war aufgrund des Klappentextes so nicht zu erwarten. Da hätte ich einen irgendwie gearteten Hinweis für nötig befunden. Die Geschichte wird logisch zu Ende gebracht, aber es gibt auch kleine Ungereimtheiten. Das Ende wirkt sehr konstruiert und dadurch unrealistisch. Dadurch leidet das ernste Grundthema, ich hätte eine realistischere Verarbeitung besser gefunden. Daher vergebe ich trotz des guten Schreibstils nur drei Sterne.