Was passiert, wenn niemand glaubt, dass dieses Kind überhaupt entführt wurde?
Das Verschwinden eines Kindes ist für jeden Elternteil der schlimmste Albtraum. Aber was passiert, wenn niemand glaubt, dass dieses Kind überhaupt entführt wurde?
Seit fünf Monaten ist Mara verschwunden. Ihre Mutter Ada Sabel, suspendierte Kommissarin beim LKA Wien, ist überzeugt, dass ihre vierzehnjährige Tochter nicht einfach weggelaufen ist. Doch Ada steht mit dieser Überzeugung allein da.
Dann wird im Donaukanal eine kopflose Leiche gefunden.
Auf ihrem Rücken steht Adas Name.
Ab diesem Moment gibt es für Ada kein Zurück mehr.
Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, folgt Spuren, die sie immer weiter in eine Vergangenheit führen, an die sie sich selbst nur bruchstückhaft erinnert. Und während die Zeit für Mara abläuft, wird immer deutlicher, dass Ada nicht nur nach ihrer Tochter sucht.
Sie sucht auch nach etwas in sich selbst.
Und genau das macht Totensee für mich interessanter als einen gewöhnlichen Thriller.
Ada ist keine dieser Ermittlerinnen, die zwar angeblich Ecken und Kanten haben, am Ende aber doch vor allem cool, schlagfertig und bewundernswert sind. Ada ist kaputt. Sie ist verzweifelt, selbstzerstörerisch, abweisend und oft schwer auszuhalten. Sie trifft Entscheidungen, bei denen man sie am liebsten schütteln würde.
Gleichzeitig sucht sie seit 145 Tagen nach ihrer Tochter.
Und man zweifelt keine Sekunde daran, dass sie für Mara alles tun würde.
Gerade dieser Widerspruch hat Ada für mich zu einer interessanten Figur gemacht. Denn Liebe allein macht einen Menschen nicht automatisch zu einer guten Mutter. Ada liebt ihre Tochter. Aber zwischen beiden steht trotzdem vieles, was nie ausgesprochen, nie aufgearbeitet und vielleicht auch viel zu lange verdrängt wurde.
Dass Mara verschwindet, zwingt Ada deshalb nicht nur dazu, nach ihrer Tochter zu suchen. Sie muss sich gleichzeitig mit einer Vergangenheit auseinandersetzen, die sie selbst offenbar lieber vergessen hätte.
Totensee erzählt seine Geschichte nicht geradlinig. Verschiedene Orte, Zeitebenen und Perspektiven greifen ineinander, und am Anfang muss man durchaus aufmerksam bleiben, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber genau aus diesen zunächst verstreuten Fragmenten entsteht nach und nach ein Bild, bei dem man irgendwann versteht, warum bestimmte Dinge erzählt wurden.
Das Buch verlangt einem dabei einiges ab.
Es wird brutal. Teilweise verstörend. Und gerade weil Kinder in dieser Geschichte eine Rolle spielen, gibt es Momente, die wirklich schwer auszuhalten sind.
Aber Sophie Czerny verlässt sich nicht ausschließlich auf Gewalt und Schockeffekte.
Hinter der Suche nach Mara steckt eine Geschichte über Schuld, Erinnerung und darüber, wie lange eine Vergangenheit weiterwirken kann, selbst wenn man alles darangesetzt hat, sie hinter sich zu lassen.
Je weiter Ada kommt, desto mehr verschiebt sich auch der Blick auf die Geschichte. Wer ist Opfer? Wer Täter? Und wie viel von dem, was heute geschieht, hat seinen Ursprung längst in einer Zeit, die eigentlich vorbei sein sollte?
Ich mochte besonders, dass Totensee nicht versucht, Ada zur perfekten Heldin zu machen. Sie darf widersprüchlich sein. Sie darf Fehler machen. Sie darf verletzlich und gleichzeitig kaum erträglich sein.
Und vielleicht funktioniert die Geschichte gerade deshalb.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, ob Ada ihre Tochter rechtzeitig findet.
Es geht auch darum, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn er gezwungen wird, sich all den Dingen zu erinnern, vor denen er sein ganzes Leben davongelaufen ist.
Ein Thriller, der nicht nur wissen will, wer ein Monster ist. Sondern auch, wo ein Monster eigentlich beginnt.
Seit fünf Monaten ist Mara verschwunden. Ihre Mutter Ada Sabel, suspendierte Kommissarin beim LKA Wien, ist überzeugt, dass ihre vierzehnjährige Tochter nicht einfach weggelaufen ist. Doch Ada steht mit dieser Überzeugung allein da.
Dann wird im Donaukanal eine kopflose Leiche gefunden.
Auf ihrem Rücken steht Adas Name.
Ab diesem Moment gibt es für Ada kein Zurück mehr.
Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, folgt Spuren, die sie immer weiter in eine Vergangenheit führen, an die sie sich selbst nur bruchstückhaft erinnert. Und während die Zeit für Mara abläuft, wird immer deutlicher, dass Ada nicht nur nach ihrer Tochter sucht.
Sie sucht auch nach etwas in sich selbst.
Und genau das macht Totensee für mich interessanter als einen gewöhnlichen Thriller.
Ada ist keine dieser Ermittlerinnen, die zwar angeblich Ecken und Kanten haben, am Ende aber doch vor allem cool, schlagfertig und bewundernswert sind. Ada ist kaputt. Sie ist verzweifelt, selbstzerstörerisch, abweisend und oft schwer auszuhalten. Sie trifft Entscheidungen, bei denen man sie am liebsten schütteln würde.
Gleichzeitig sucht sie seit 145 Tagen nach ihrer Tochter.
Und man zweifelt keine Sekunde daran, dass sie für Mara alles tun würde.
Gerade dieser Widerspruch hat Ada für mich zu einer interessanten Figur gemacht. Denn Liebe allein macht einen Menschen nicht automatisch zu einer guten Mutter. Ada liebt ihre Tochter. Aber zwischen beiden steht trotzdem vieles, was nie ausgesprochen, nie aufgearbeitet und vielleicht auch viel zu lange verdrängt wurde.
Dass Mara verschwindet, zwingt Ada deshalb nicht nur dazu, nach ihrer Tochter zu suchen. Sie muss sich gleichzeitig mit einer Vergangenheit auseinandersetzen, die sie selbst offenbar lieber vergessen hätte.
Totensee erzählt seine Geschichte nicht geradlinig. Verschiedene Orte, Zeitebenen und Perspektiven greifen ineinander, und am Anfang muss man durchaus aufmerksam bleiben, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber genau aus diesen zunächst verstreuten Fragmenten entsteht nach und nach ein Bild, bei dem man irgendwann versteht, warum bestimmte Dinge erzählt wurden.
Das Buch verlangt einem dabei einiges ab.
Es wird brutal. Teilweise verstörend. Und gerade weil Kinder in dieser Geschichte eine Rolle spielen, gibt es Momente, die wirklich schwer auszuhalten sind.
Aber Sophie Czerny verlässt sich nicht ausschließlich auf Gewalt und Schockeffekte.
Hinter der Suche nach Mara steckt eine Geschichte über Schuld, Erinnerung und darüber, wie lange eine Vergangenheit weiterwirken kann, selbst wenn man alles darangesetzt hat, sie hinter sich zu lassen.
Je weiter Ada kommt, desto mehr verschiebt sich auch der Blick auf die Geschichte. Wer ist Opfer? Wer Täter? Und wie viel von dem, was heute geschieht, hat seinen Ursprung längst in einer Zeit, die eigentlich vorbei sein sollte?
Ich mochte besonders, dass Totensee nicht versucht, Ada zur perfekten Heldin zu machen. Sie darf widersprüchlich sein. Sie darf Fehler machen. Sie darf verletzlich und gleichzeitig kaum erträglich sein.
Und vielleicht funktioniert die Geschichte gerade deshalb.
Denn am Ende geht es nicht nur darum, ob Ada ihre Tochter rechtzeitig findet.
Es geht auch darum, was von einem Menschen übrig bleibt, wenn er gezwungen wird, sich all den Dingen zu erinnern, vor denen er sein ganzes Leben davongelaufen ist.
Ein Thriller, der nicht nur wissen will, wer ein Monster ist. Sondern auch, wo ein Monster eigentlich beginnt.