Bewegend und vielschichtig
Leïla Slimanis Roman Trag das Feuer weiter hat mich nach einem etwas verhaltenen Einstieg zunehmend in seinen Bann gezogen. Anfangs fiel es mir nicht ganz leicht, in die vielschichtige Erzählweise hineinzufinden, doch je mehr Zeit ich mir für das Buch nahm, desto stärker entfaltete sich seine besondere Atmosphäre.
Im Mittelpunkt steht Mia, deren Leben zwischen Paris und Marokko von Unsicherheiten, Erinnerungsfragmenten und der Suche nach Zugehörigkeit geprägt ist. Leïla Slimani gelingt es eindrucksvoll, diese innere Zerrissenheit spürbar zu machen. Die Geschichte bewegt sich dabei elegant zwischen verschiedenen Zeiten und Perspektiven, wodurch nach und nach ein facettenreiches Bild einer Familie entsteht, die eng mit gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden ist.
Besonders gelungen fand ich die dichte, zugleich aber unaufdringliche Sprache. Sie wirkt klar und ruhig, trägt aber eine große emotionale Tiefe in sich. Die Figuren werden mit viel Einfühlungsvermögen gezeichnet, ohne dabei jemals idealisiert zu wirken. Gerade die Widersprüche innerhalb der Familie und die Spannungen zwischen Tradition und Moderne machen den Reiz des Romans aus.
An einigen Stellen hätte ich mir allerdings eine etwas klarere Struktur gewünscht, da die Wechsel zwischen Zeiten und Perspektiven gelegentlich den Lesefluss bremsen. Auch bleibt die Handlung eher leise und entwickelt sich nicht immer mit der Dynamik, die man sich stellenweise erhofft.
Dennoch überwiegt der positive Eindruck deutlich: ein atmosphärisch dichter, kluger Roman über Identität, Erinnerung und familiäre Verflechtungen, der nachwirkt und zum Nachdenken anregt
Im Mittelpunkt steht Mia, deren Leben zwischen Paris und Marokko von Unsicherheiten, Erinnerungsfragmenten und der Suche nach Zugehörigkeit geprägt ist. Leïla Slimani gelingt es eindrucksvoll, diese innere Zerrissenheit spürbar zu machen. Die Geschichte bewegt sich dabei elegant zwischen verschiedenen Zeiten und Perspektiven, wodurch nach und nach ein facettenreiches Bild einer Familie entsteht, die eng mit gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden ist.
Besonders gelungen fand ich die dichte, zugleich aber unaufdringliche Sprache. Sie wirkt klar und ruhig, trägt aber eine große emotionale Tiefe in sich. Die Figuren werden mit viel Einfühlungsvermögen gezeichnet, ohne dabei jemals idealisiert zu wirken. Gerade die Widersprüche innerhalb der Familie und die Spannungen zwischen Tradition und Moderne machen den Reiz des Romans aus.
An einigen Stellen hätte ich mir allerdings eine etwas klarere Struktur gewünscht, da die Wechsel zwischen Zeiten und Perspektiven gelegentlich den Lesefluss bremsen. Auch bleibt die Handlung eher leise und entwickelt sich nicht immer mit der Dynamik, die man sich stellenweise erhofft.
Dennoch überwiegt der positive Eindruck deutlich: ein atmosphärisch dichter, kluger Roman über Identität, Erinnerung und familiäre Verflechtungen, der nachwirkt und zum Nachdenken anregt