Ein gutes Ende?!

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odenwald Avatar

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Ein Buch über Politik? Nein. Ein politisches Buch? Ja, auf jeden Fall. Auch wenn man es (einfach so) als Familiengeschichte lesen kann. Eine Geschichte starker Frauen, in einer Zeit großer Umwälzungen. Nicht nur im Maghreb. Auch die amerikanischen twin towers kommen vor, Osama bin Laden, Palästina. Aber eigentlich ist es eine Coming-of-Age-Geschichte, der Abschluß der Familiensaga Belhaj, die Geschichte der Enkelinnen von Mathilde, der Elsässerin, die in Marokko ansässig und heimisch wird. Und auch die Geschichte von Aicha, von Selma. Vielleicht das persönlichste Buch der Bestsellerautorin Leila Slimani, nicht nur, weil es teilweise in der Ichform geschrieben ist. Sondern weil, wiewohl Mia eine eigenständige, von der Autorin unabhängige Figur ist, dennoch viel von Leila Slimanis persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen eingeflossen sind.
In gewohnt eindrücklicher Schilderung stellt die Autorin die Gegensätze heraus, z.B. im Leben von Aicha und Mehdi, die sich zuhause modern und aufgeschlossen geben, Alkohol trinken und auch den Ramadan nicht einhalten, außerhalb jedoch zurückhaltend auftreten, sich sogar ducken, und diese Haltung auch an ihre Töchter weitergeben. Ein Leben voller Angst und Widersprüche, in einer Gesellschaft voller Gewalt, Willkür.
Ein schöner Abschluß dieser Trilogie – wobei man sich gleichzeitig freut, dass es vorbei ist!