Eine bewegende Familiengeschichte zwischen 2 Welten

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bettyliteratur Avatar

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„Kann man ein Land lieben, das einen nicht liebt? Kann man zugleich hier und dort hingehören?“
Die Familiengeschichte geht weiter…Band 3 der Trilogie
Band 2, „Schaut, wie wir tanzen“ endet mit der Geburt von Aïchas erstem Kind.
Dieses Kind, Mia, Schriftstellerin in Frankreich, leidet nach einer Erkrankung unter "brain fog", sie kann nicht mehr schreiben und sie begibt sich auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie nach Marokko. Auf der verlassenen Farm ihrer Großeltern folgt sie ihren Erinnerungen.
Parallel wird auch die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern ab Ende der 70er Jahre fortgesetzt.
Mia und ihre Schwester wachsen in privilegierten Verhältnissen auf, sie besuchen französische, christlich geprägte Schulen. Der Vater Mehdi ist als Leiter einer Bank erfolgreich in internationalen Geschäften, die Mutter Aïcha arbeitet als Gynäkologin. Trotz ihres modernen, aufgeklärten Status´, sind die Eltern sehr bemüht, sich an Traditionen und Erwartungen anzupassen, nicht aufzufallen.
„Mia hatte schließlich begriffen, dass sie zwischen zwei Welten lebte.“
Sie kann sich den Eltern nicht anvertrauen, als sie begreift, dass sie homosexuell ist.
Mia geht zur Ausbildung nach Paris und nimmt die Abschiedsworte des Vaters mit: „Entfache einen großen Brand und trag das Feuer weiter.“
Aber in Paris fühlt sie sich nicht zugehörig und sie fragt sich, was der Preis der Integration ist. Trotz ihrer französischen Wurzeln ist sie hier die „Araberin“.
In Marokko gewinnen die religiösen Fanatiker an Macht, die Einschränkungen führen zu einer Veränderung der Lebensbedingungen, vor allem für die Frauen. Auch der König Hassan II überwacht strengstens die Loyalität seiner Untertanen.
Und so wird Mehdi eines Tages aus unklaren Gründen verhaftet und inhaftiert.
Seine Kinder sind hin- und hergerissen in ihren Lebenswelten „Sie waren dazu verdammt, in einer Art Fegefeuer zu leben, im Klammergriff zwischen dem Hass der Islamisten und der Ignoranz des Westens.
Diese Zerrissenheit bleibt und hinterlässt viele offene Fragen, aber wer soll sie auch beantworten?
Leïla Slimani zeigt uns in berührender und aufrüttelnder Weise das Leben dieser französisch-marokkanischen Familie über 3 Generationen, der Fokus ist auf die Kraft und Stärke der Frauen gerichtet. Es ist auch ein Einblick in die Geschichte eines Landes, über Kolonialismus, Monarchie und Islamismus sowie den Schwierigkeiten der westlichen Welt im Umgang mit Integration.