Eine ganz eigene Geschichte und zugleich ein Teil eines Mehrgenerationenromans

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Dies ist der letzte und abschließende Teil der Romantrilogie der Schriftstellerin Leila Slimani, ein sehr persönliches Projekt, in dem viel eigenes anklingt, eigenes Erleben in diesem Teil und das ihrer Familie, in ihrem Heimatland Marokko von den 1950er Jahren bis heute.
Mia, die dritte Generation der Familie Belhadj/ Daoud, sie wählt einen anderen Weg wie ihre Schwester, verlässt ihr von religiöser und politischer Einengung geprägtes Heimatland und geht, ja flüchtet, nach Frankreich, um dort zu studieren. Doch Integration ist schwer an diesem Ort, Rassismus ist weit verbreitet und Mia erfährt ihn 'schwer'. Als sie, die Schriftstellerin, eine durch 'psychische Ausfälle' bedingte Schreibblockade erleidet, wählt sie den Weg zurück zu den eigenen Wurzeln, zurück in ihr Heimatland. Hier erfolgt die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Familie, mit ihrem Hier dort und jetzt, einbezogen die schwierige politischen Situation mit ihren traditionellen Fundamenten, die immer noch vorherrschend bestimmen, wie man hier leben kann.
Das alles ist geschrieben in einer außerordentlichen sprachlichen Qualität, intensiv und klar in seiner Präsenz, sowohl bei den eigenen inneren Kämpfen und Auseinandersetzungen wie auch den ausgesprochenen 'Wahrheiten' mit den Menschen, die ihre Familie sind. Da werden die eigenen Wurzeln erkundet, mal fühlt sowohl familiäre Verbundenheit wie auch Abkopplung, Wärme und Distanz. Die Dinge wiegen schwer und als Leser wird man mitgenommen auf die ganz besondere Reise dieser Frau zu einem sehr komplexen Erleben und Aufarbeiten, ohne Endgültigkeit.
Ein packendes Buch.