Einfühlsam und gut zu lesen
Leïla Slimanis Roman „Trag das Feuer weiter“ bildet den Abschluss ihrer beeindruckenden Familientrilogie und widmet sich diesmal der dritten Generation: Mia, einer erfolgreichen Schriftstellerin in Paris. Nach einer Virusinfektion leidet sie unter einem lähmenden „Brain Fog“, der ihre Erinnerungen trübt. Auf ärztlichen Rat hin begibt sie sich auf Spurensuche nach Marokko – in die eigene Vergangenheit und in die Geschichte ihrer Familie.
Schon bald taucht der Leser mit Mia in das Leben der 1980er Jahre ein: auf die Farm der Großeltern, in eine Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne. Slimani schildert diese Welt mit feinem Gespür für Zwischentöne – mal zärtlich, mal ironisch, immer ehrlich. Besonders eindrücklich gelingt ihr die Darstellung von Mias Zwiespalt: Sie fühlt sich in Marokko fremd, in Paris aber nie ganz zugehörig. Die Fragen nach Herkunft, Identität und Freiheit durchziehen das Buch wie ein roter Faden.
Sprachlich überzeugt der Roman mit eleganter Einfachheit, die Übersetzung von Amelie Thoma liest sich angenehm klar. An manchen Stellen droht die Handlung leicht zu zerfasern, und es dauert manchmal, bis man in die wechselnden Perspektiven hineinfindet. Doch Slimanis Stärke liegt ohnehin weniger im Plot als in der Beobachtung – in den Widersprüchen ihrer Figuren und der inneren Zerrissenheit, die so viele Menschen zwischen zwei Welten teilen.
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman über Erinnerung, Familie und Selbstfindung. Stark erzählt, auch wenn nicht jedes Kapitel berührt.
Schon bald taucht der Leser mit Mia in das Leben der 1980er Jahre ein: auf die Farm der Großeltern, in eine Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne. Slimani schildert diese Welt mit feinem Gespür für Zwischentöne – mal zärtlich, mal ironisch, immer ehrlich. Besonders eindrücklich gelingt ihr die Darstellung von Mias Zwiespalt: Sie fühlt sich in Marokko fremd, in Paris aber nie ganz zugehörig. Die Fragen nach Herkunft, Identität und Freiheit durchziehen das Buch wie ein roter Faden.
Sprachlich überzeugt der Roman mit eleganter Einfachheit, die Übersetzung von Amelie Thoma liest sich angenehm klar. An manchen Stellen droht die Handlung leicht zu zerfasern, und es dauert manchmal, bis man in die wechselnden Perspektiven hineinfindet. Doch Slimanis Stärke liegt ohnehin weniger im Plot als in der Beobachtung – in den Widersprüchen ihrer Figuren und der inneren Zerrissenheit, die so viele Menschen zwischen zwei Welten teilen.
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman über Erinnerung, Familie und Selbstfindung. Stark erzählt, auch wenn nicht jedes Kapitel berührt.