Marokkanisch-französische Familiengeschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
probelesen Avatar

Von

Mit diesem dritten Band beendet Slimani ihre Familientriologie, die offensichtlich von ihrer eigenen Geschichte inspiriert ist. Ihre Großmutter, Ärztin aus dem Elsaß, heiratet nach dem Krieg einen Marokkaner und zieht mit ihm nach Nordafrika. Ihre Kinder sind beruflich erfolgreich und sie Enkel Mia und Ines wachsen wohlbehütet auf, aber sie erleben den Zwiespalt, zwischen zwei Kulturen erzogen zu werden. Sie sind Christen in einer muslimischen Gesellschaft, sie sprechen Französischen inmitten arabischer Freunde, sie werden als freie Frauen gefördert, aber erleben die Einschränkungen des Islam. Besonders trifft das die lesbische Mia. Sehr eindrücklich schildert Slimani diesen Zweispalt und gibt genaue Einblicke in die marokkanische Gesellschaft und Politik Ende des 20. Jahrhunderts. Auch das Berufsleben des Vaters wird durch die Willkür und Korruption der Herrscherfamilie erschüttert unt er kommt ins Gefängnis. Beide Schwestern gehen nach Paris, werden erfolgreich, aber die Vergangenheit lässt Mia nicht los, die nach 20 Jahren als Schriftstellerin in eine Krise gerät und sich jetzt noch einmal ihrer Vergangenheit stellt. Sehr empfehlenswert.