Unterhaltungslektüre

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katrinb Avatar

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Bei "Trag das Feuer weiter" handelt es sich um den dritten Teil der marokkanisch-französischen Familiengeschichte, die in den ersten beiden Teilen ausführlich ausgebreitet wurde. Hier nun steht Mia im Zentrum, eine Schriftstellerin, die sich in einer kreativen Krise befindet, obwohl auch die anderen Personen und ihre Geschichte - vornehmlich die Frauen - ausführlich geschildert werden. Obwohl es sich um den dritten Band handelt, können auch Leser*innen, die die ersten beiden Bände nicht gelesen haben, mühelos in Mias Geschichte eintauchen.
Vor dem Hintergrund der marokkanischen Geschichte wird Mias innere Zerrissenheit zwischen den Kulturen thematisiert. Der Schreibstil der Autorin ist unterhaltsam und so habe ich das Buch mit Interesse gelesen und fühlte mich teilweise gut unterhalten.
Dennoch gibt es einige Kritikpunkte. Die Charaktere wirken auf mich teilweise klischeehaft und keiner ist mir wirklich sympathisch. Mia bewegt sich im Umfeld der marokkanischen Oberschicht und fühlt sich für mich nicht wirklich authentisch an. Leser*innen, die ein differenziertes Bild des Landes suchen, könnten enttäuscht werden.
Trotz dieser Schwächen bietet "Trag das Feuer weiter" bemerkenswerte Einblicke in die Lebensrealitäten, mit denen moderne Frauen konfrontiert sind. Slimanis Fähigkeit, emotionale Konflikte zu vermitteln, ist zweifellos vorhanden, auch wenn die Umsetzung manchmal hinter den Erwartungen zurückbleibt. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten und konnte in eine mir persönlich sehr fremde Lebenswelt eintauchen.