Wenn du gehst, kehre nicht zurück
Der Roman von Leïla Slimani, der der letzte Teil einer Trilogie ist, handelt von der Familie Daoud, die als privilegierte Oberschicht in Rabat im Marokko der 80er und 90er Jahre leben.
Man muss die ersten beiden Teile nicht unbedingt gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen, man ahnt, was die Charaktere um Mathilde und Selma wohl erlebt haben müssen. War es im ersten Teil der zweite Weltkrieg und im zweiten Teil, der Aufbruch und Kampf um Unabhängigkeit von Frankreich, so handelt der Band „Trag das Feuer weiter“ von der Suche nach Identität und familiären Wurzeln. Wie viel Marokkanerin ist man mit französischem Pass und wenn man kein Arabisch sprechen kann? Was bedeutet die aufgeklärte säkulare Einstellung der Eltern wenn es um Homosexualität geht? Hausangestellte und Chauffeure in einem Land mit einer Analphabetenrate von über 60%. Das Verhältnis der USA zu den arabischen Staaten. Die zunehmende Präsenz eines radikalen Islams. Slimani schafft es all diese komplexen autobiografischen Themen ineinander zu verweben.
Besonders gut gefallen mir die differenzierten Charaktere, die die Autorin schafft. Inés, die ihrer Schwester nicht unterschiedlicher sein könnte, die sich so sehr nach Anerkennung und Aufmerksamkeit sehnt, dass sie sich auf ein Verhältnis mit ihrem Lehrer einlässt. Selma, die schöne und unabhängige Tante. Mehdi, der undurchsichtige Vater. Die Figuren und Szenen sind sehr bildlich geschrieben, was etwas sehr Filmisches an sich hat.
Was mich etwas verwirrt hat, ist der Klappentext, der mit dem Inhalt des Buches recht wenig zu tun hat. Zwar reist Mia nach Marokko, doch mit einer Retrospektive hat das nichts zu tun. Der Text wird aus verschiedenen (nicht nur aus Mias) Perspektiven geschrieben und hat quasi nichts mit dem Heute zu tun. Der Handlungsstrang mit dem „Brain-fog“ hat mich eher verwirrt und ich hätte ihn überhaupt nicht gebraucht.
Alles in allem ein schönes Buch, das mich zwar nicht überwältigt hat, aber die perfekte Lektüre für die Feiertage war.
Man muss die ersten beiden Teile nicht unbedingt gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen, man ahnt, was die Charaktere um Mathilde und Selma wohl erlebt haben müssen. War es im ersten Teil der zweite Weltkrieg und im zweiten Teil, der Aufbruch und Kampf um Unabhängigkeit von Frankreich, so handelt der Band „Trag das Feuer weiter“ von der Suche nach Identität und familiären Wurzeln. Wie viel Marokkanerin ist man mit französischem Pass und wenn man kein Arabisch sprechen kann? Was bedeutet die aufgeklärte säkulare Einstellung der Eltern wenn es um Homosexualität geht? Hausangestellte und Chauffeure in einem Land mit einer Analphabetenrate von über 60%. Das Verhältnis der USA zu den arabischen Staaten. Die zunehmende Präsenz eines radikalen Islams. Slimani schafft es all diese komplexen autobiografischen Themen ineinander zu verweben.
Besonders gut gefallen mir die differenzierten Charaktere, die die Autorin schafft. Inés, die ihrer Schwester nicht unterschiedlicher sein könnte, die sich so sehr nach Anerkennung und Aufmerksamkeit sehnt, dass sie sich auf ein Verhältnis mit ihrem Lehrer einlässt. Selma, die schöne und unabhängige Tante. Mehdi, der undurchsichtige Vater. Die Figuren und Szenen sind sehr bildlich geschrieben, was etwas sehr Filmisches an sich hat.
Was mich etwas verwirrt hat, ist der Klappentext, der mit dem Inhalt des Buches recht wenig zu tun hat. Zwar reist Mia nach Marokko, doch mit einer Retrospektive hat das nichts zu tun. Der Text wird aus verschiedenen (nicht nur aus Mias) Perspektiven geschrieben und hat quasi nichts mit dem Heute zu tun. Der Handlungsstrang mit dem „Brain-fog“ hat mich eher verwirrt und ich hätte ihn überhaupt nicht gebraucht.
Alles in allem ein schönes Buch, das mich zwar nicht überwältigt hat, aber die perfekte Lektüre für die Feiertage war.