Nichts im Leben ist umsonst
Das Cover berührt: in Zentrum ein oldschool Foto :2 Leute -kein Paar.. nicht jung ..nicht reich nicht glücklich schieben so das Leben daher sie stehen ihren Mann bzw. Frau
Warum die steile These des Titels im Regiolekt abgefasst ist, rätsle ich noch…ich wittere einen Hinweis auf nicht nur sprachlich, sondern auch mental limitierten Erfahrungshorizont des Sprechers
Die Autorin ist eine Neuentdeckung für mich ;das vorige Buch schrieb sie über eine 40jährige mit Lebenskrise. Jetzt ist die 40jährige A.S. scheinbar selbst dran, mit der Sinn-Krise, es wimmelt von Fragen: woher? wohin? warum gibt es mich?Ein rätselhaftes Zitat einer gleichaltrigen Kollegin (C.Bordas) zum Thema Einsamkeit ist dem Text vorangestellt.
Sie betrachtet die Großeltern mit der Frage wie die wohl mit und trotz derlei Fragen ihr Leben gemeistert haben….
Die Schilderung ist recht gnadenlos: die beiden führen „eine Ehe“ -qualifizierendes Adjektiv nicht möglich(…waren zerstritten. aber am Ende eines jeden Tages unzertrennlich, p16) ; sie scheinen nie im Leben aus der Mainebene und ihrer kleinbürgerlichen Schrebergarten-Welt herausgekommen zu sein…ihre Maximen sind stets in hessischem Dialekt abgefasst.
Welch reduzierter Horizont.. das Urteil zwischen den Zeilen… unfähig zu Selbstreflexion und zu Gefühlen..das Leben geht so weiter bis wieder einer gestorben im Dorf dem man nur ein „Oje!“ hinterherruft bis…???
Stehsätze wie „nichts im Leben ist umsonst außer der Tod p26“ machen die Runde…
Das wenig hilfreiche Modell der Altvorderen ist geschildert, was nun? Kann die Autorin angesichts dieses gestrigen immer-weiter-Lebensantriebes für sich was abgreifen als Vorbild gar?
Wie gelingt das Leben, was heißt „das Leben gelingt“ Wie werden wir zu dem was wir sind? Genug der Fragen..ich bin gespannt auf die Lösungen
So sprunghaft bis zerfleddert wie die Gedanken ist auch der Schreibstil, der Text wirkt manchmal etwas arrangiert-Spätfolgen einer Schreibschule? typisch im Sinne von wiederkehrend: der feine Humor manchmal mit ironischer Distanz gepaart.. für den Leser unklar, ob auch Empathie dabei ist