Das letzte Hemd hat keine Taschen
War ich völlig entzückt vom ersten Teil, kam danach für mich auf Seite 74 der Einbruch, und ich dachte, die Leseprobe wäre eine Mogelpackung.
Mit einer meisterhaften Beobachtungsgabe erweckt Alexandra Stahl ihre Großeltern zum Leben, mit einwandfreiem südhessischen Dialekt und sprachlichen Charakteristika, die sie liebe- und humorvoll zum Besten gibt.
Und dann steigt sie ein in ihre reichhaltigen Beobachtungen, die sie im Rahmen der Biografiegruppe im Seniorenheim erlebt. Was soll ich denn mit diesem ungeordneten, auf den ersten Blick sinnfreien Protokoll zufälliger Äußerungen? Die bruchstückhaften Dialoge ergeben keine flüssige Lektüre. Einzelne Aperçus dienen durchaus der Erheiterung, manche Bewohner wachsen einem dann auch im Laufe der Wiederholungen ans Herz, andere erscheinen wunderlich bis debil: der reinste Kindergarten, und die Themen können natürlich nur angedeutet werden. Das alles illustriert sie noch mit dichterischen Zitaten und Songtexten.
Da ich eine Lektüre aber nur sehr selten abbreche, erkannte ich im Laufe der Zeit eine Systematik hinter dem Ganzen und ein empathisches Verständnis für diese Menschen in der letzten Lebensphase. Heikle Fragen wie das Aufgeben der Selbstständigkeit, auch das Fehlverhalten der Angehörigen klingen eher zwischen den Zeilen durch. Und als sie im Laufe der Zeit Fahrt aufnimmt, wird der O-Ton aussagekräftig und anrührend.
Wer ein Bewusstsein entwickeln möchte für die Belange dieser Generation, ist mit dieser literarisch gestalteten Mischform aus Dokumentation und Roman bestens beraten.
Mit einer meisterhaften Beobachtungsgabe erweckt Alexandra Stahl ihre Großeltern zum Leben, mit einwandfreiem südhessischen Dialekt und sprachlichen Charakteristika, die sie liebe- und humorvoll zum Besten gibt.
Und dann steigt sie ein in ihre reichhaltigen Beobachtungen, die sie im Rahmen der Biografiegruppe im Seniorenheim erlebt. Was soll ich denn mit diesem ungeordneten, auf den ersten Blick sinnfreien Protokoll zufälliger Äußerungen? Die bruchstückhaften Dialoge ergeben keine flüssige Lektüre. Einzelne Aperçus dienen durchaus der Erheiterung, manche Bewohner wachsen einem dann auch im Laufe der Wiederholungen ans Herz, andere erscheinen wunderlich bis debil: der reinste Kindergarten, und die Themen können natürlich nur angedeutet werden. Das alles illustriert sie noch mit dichterischen Zitaten und Songtexten.
Da ich eine Lektüre aber nur sehr selten abbreche, erkannte ich im Laufe der Zeit eine Systematik hinter dem Ganzen und ein empathisches Verständnis für diese Menschen in der letzten Lebensphase. Heikle Fragen wie das Aufgeben der Selbstständigkeit, auch das Fehlverhalten der Angehörigen klingen eher zwischen den Zeilen durch. Und als sie im Laufe der Zeit Fahrt aufnimmt, wird der O-Ton aussagekräftig und anrührend.
Wer ein Bewusstsein entwickeln möchte für die Belange dieser Generation, ist mit dieser literarisch gestalteten Mischform aus Dokumentation und Roman bestens beraten.