Ein berührendes aber auch heiteres Buch über „Altern und Vergänglichkeit“

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lesemaus9 Avatar

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Alexandra Stahl erzählt in ihrem Roman „Tschikago“ aus dem Leben ihrer Großeltern, ihrem Verhältnis zueinander und zur Enkelin. Er ist nicht chronologisch geschrieben, sondern enthält Eigenheiten, Sprüche und Anekdoten der Familie, über die man immer wieder schmunzeln kann. Vor allem, weil die Zitate ihres Großvaters in einem herrlichen, fränkischen Dialekt geschrieben sind. Einer seiner Lieblingsaussprüche „Frangfodd is schlimmer als Tschikago“ gibt diesem Buch auch den Titel.

Als der Großvater stirbt, arbeitet sie ehrenamtlich in einem Berliner Seniorenheim. Die Autorin erzählt von ihren Begegnungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und wie unterschiedlich sie mit dem Älterwerden, mit Einsamkeit und mit ihren Erinnerungen umgehen. Vor allem was von einem Leben bleibt, wenn die Erinnerungen blasser werden.

Gefallen hat mir, dass Alexandra Stahl diese Themen nicht dramatisiert, sondern eher leise erzählt. Ein wunderschönes und berührendes Buch über Familie, Abschied und die Frage, was Menschen miteinander verbindet. Es hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich, aber teilweise auch ein bisschen traurig gemacht. Doch trotz der schweren Themen wie Demenz und Abschied wirkt das Buch leicht und lebensnah.