Ein Mensch ist da und doch nicht da

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andreas_m Avatar

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Der Beginn von Alexandra Stahls "Tschikago" ist auf eine wunderbare Art verwirrend: dass alles "wahr" sein soll; dass auf nur wenigen Zeilen Max Frisch, Brad Pitt, Gary Oldman und der Fleischwurst-Willi eine Rolle spielen; dass die geliebten Menschen im Fenster liegen und durch das Fernglas am Leben teilnehmen und dieses inzwischen leere Fenster noch Jahre später ein Fluchtpunkt ist... Wenn Alexandra Stahl über ihre fränkischen Großeltern erzählt (Autofiktion?!), fühlt man sich als Leser angenehm verwirrt und ganz behutsam in diese Zeilen hineingestrudelt, dass man sich festgelesen hat, bevor man noch richtig verarbeitet hat, was da gerade genau passiert. Und man wünscht sich mehr von diesem liebevollen Erzählen; dich was man erhält, ist nun das Erzählen über "fremde" Menschen, die Autofiktion bricht noch ein weiteres Mal. Sammelt Stahl im ersten Teil Fragmente, die noch irgendwie ein Erinnerungsmosaik sein wollen, sind die Fragmente im zweiten Teil nur noch ein leeres "irgendwas". Wäre das Buch nach 73 Seiten zum Ende gekommen, hätte die Autorin der Welt eine wunderbare Novelle geschenkt. So ist es halt ein "irgendwas".