Ein zartes leises Buch

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phoebe caulfield Avatar

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Im Ersten Teil des Buches erzählt Alexandra Stahl in Versatzstücken und nicht immer chronologisch von ihren eigenen Großeltern. Von Familienanekdoten und Eigenheiten der Großeltern wird in einem leichten und charmanten Ton berichtet. Im zweiten Teil des Buches widmet sich die Autorin verschiedenen und ganz unterschiedlichen Bewohnern eines Berliner Pflegeheims. Hier engagiert sie sich im Verlauf von zehn Jahren wöchentlich mit eine Aktivitätengruppe, in welcher sie die Senioren etwas genauer kennenlernt. Sie beschreibt kleine Einblicke in deren Alltag und ihr Leben. Auch diese Beschreibungen folgend keiner stringenten Logik.

Auch wenn die Autorin beschreibt, wie und warum sie sich für dieses soziale Engagement entschlossen hat, bleibt irgendwie offen, was die ersten beiden Buchteile miteinander verbindet und was das Motiv für das Buch Tschikago ist. Erst im letzten und dritten Teil wird ganz zum Schluss aufgelöst, welche Verbindung die Autorin zu den älteren Herrschaften, insbesondere den Frauen, hat. Und diese ganz zarte Band war es, welches für mich dieses Buch dann hat zu einer schönen literarischen Entdeckung werden lassen.

Vor diesem Buch war mir die Autorin Alexandra Stahl kein Begriff. Auch unter dem Buch hatte ich mir ursprünglich etwas anderes vorgestellt und mich auch beim Lesen noch lange gefragt, wohin das Geschriebene denn hier führen soll und was das überhaupt für eine literarische Form ist. Und auch wenn ich beiden Fragen noch immer nicht wirklich beantworten kann, so habe ich dieses Buch wirklich gern gelesen.

Eine Empfehlung für alle, die mal etwas Neues entdecken möchten. Hier passiert keine große Action oder etwa die Aufarbeitung von Familientraumata. Es ist ein stilles, zartes Buch über das Ältersein, das Gelebthaben und das Erfahren der eigenen Vergänglichkeit.