Nicht ganz in Tschikago...

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
tochteralice Avatar

Von

sondern in einem kleinen fränkischen Dorf in Nordbayern wächst die Autorin Alexandra Stahl auf. Die prägenden Personen in dieser Lebensphase sind ihre Großeltern mütterlicherseits, denen sie den ersten Teil dieses Romans widmet, in dem sie die beiden eben so liebevoll wie amüsant beschreibt. Obwohl sie ganz schön viel von den beiden preisgibt, geht es dabei nie würdelos oder abfällig zu, nein, man spürt ihre Liebe und Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber. Und lernt nebenbei ein bisschen Fränkisch, wobei ich das alles mal hören müsste, um es nicht falsch nachzusprechen.

Man lernt die Eigenarten dieser Familie ebenso wie die ihres Umfeldes kennen: ein kleines Geschenk der Autorin an ihre Heimat, von der aus sie ins große Berlin aufbricht. Und zu einem Leben mit vielen Senioren, die sie jahrelang wöchentlich in einem Heim besucht. Eine Situation, zu der ich Vergleiche ziehen kann, da meine Schwiegermutter seit Jahren in einer solchen Einrichtung lebt. Auch diese - deutlich längere - Passage ist sehr warmherzig geschildert, wobei ich nicht alle Strophen von Udo Lindenbergs "Sonderzug nach Pankow" als Teil des Textes gebraucht hätte. Ebenso wenig wie die Zusammenführung der bisherigen Darstellungen im dritten Teil, die ich schwerlich als Resumee bezeichnen kann.

Ein persönlicher und unterhaltsamer Roman, dessen Wendungen - oder sollte ich Windungen sagen - ich immer wieder nicht so recht folgen kann.