Notizbuch

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sabine Avatar

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Ich bin nicht sicher, ob das Buch als Roman beworben wird. Für mich ist es eine ziemlich ungeordnete Sammlung von Einträgen in Notizbüchern. Die Ich-Erzählerin erwähnt diese Notizbücher auch, die sie immer bei sich trägt. Nur, wie soll ich als Leserin diese Gedanken- und Erinnerungsschnipsel in einen vernünftigen Zusammenhang bringen?

Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Kindheit der Ich-Erzählerin. Die Hauptolle spielen darin ihre eigensinnigen, sympathischen Großeltern. Sie bei ihrem bodenständigen Leben im Fränkischen zu begleiten und den rauen aber warmherzigen Umgang mit der Enkelin zu erleben, hat viele Erinnerungen an meine eigenen Großeltern geweckt. Dazu gehörte auch der Tod des Großvaters. Dieser Teil war trotz des anekdotenhaften Stils gut und flüssig lesbar.

Im Mittelteil des Buches lebt die Ich-Erzählerin in Berlin und arbeitet ehrenamtlich mit dementen Menschen in einem Pflegeheim. Sie stellt diese Personen anhand von Szenen und kurzen Dialogen vor, es entstand dabei für mich weder eine Atmosphäre noch eine Beziehung zu den Porträtierten. Die Namen sind ohne bleibenden Eindruck an mir vorüber gerauscht, was ich traurig fand. Teil 3 treibt diesen Notizzettel-Stil auf die Spitze, indem nun auch noch Orte und Zeiten vermischt werden. Ich habe ihn nur überflogen, denn ich war inzwischen einfach zu genervt von dem Buch.

Für mich war das ein anstrengendes und frustrierendes Leseerlebnis.