Realistisches Seniorenleben

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fleckimila Avatar

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Im Buch "Tschikago" erzählt Alexandra Stahl im ersten Teil des Buches von ihren Großeltern mütterlicherseits, zu denen sie eine sehr enge Verbindung hatte. Wer selbst Großeltern hat/hatte, kann sich da sehr gut einfinden. Ihre Großmutter ist absolute Katzenliebhaberin und kümmert sich neben den eigen Katzen um Streunerkatzen, der Großvater war Elektriker und besessen von Steckdosen, Verlängerungskabeln und FI-Schutzschaltern. Obwohl die beiden oft streiten, lieben sie sich in ihrem tiefen Innern doch ganz stark. Besonders schön sind die in Dialekt eingefügten Sätze der Großeltern, die in Unterfranken leben. Die Beziehung zur Großmutter väterlicherseits ist ganz anders, hier ist sie eine von neun Enkeln, während sie für die anderen Großeltern die einzige Enkelin ist.
Als der Großvater stirbt entschließt sie sich in ihrer Heimat Berlin eine Zeit freiwillig im Seniorenheim zu arbeiten. Hier betreut sie eine Gruppe von Bewohnern über eine lange Zeit, worüber sie in Teil zwei ausführlich berichtet. Sie erzählt von vielen Gesprächen, Begebenheiten und Gruppenstunden mit den Bewohnern. Ich fand das sehr realistisch, es kam mir vor vor, als würde ich die besagten Bewohner fast schon selbst kennen. Da ich selbst einige Jahre mit meinem Hund ehrenamtlich in Seniorenheimen war kann ich alle diese Gespräche bestätigen.
Im dritten Teil (den ich etwas durcheinander fand und die vielen Themensprünge mir zu schaffen machten), geht die Autorin auf ihre Motivation ein, warum sie unbedingt dieses Buch schreiben wollte.
Realistisches Buch mit schönen und traurigen Seiten.