Wundervoll

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Persönliche Rezension zu Tschikago von Alexandra Stahl

Tschikago hat mich auf eine stille, tief berührende Weise beeindruckt. Alexandra Stahl erzählt mit großer Wärme und feinem Humor vom Älterwerden, von Familie, Erinnerung und Abschied. Besonders die Schilderungen der Großeltern wirken authentisch und liebevoll – ihre Eigenheiten, ihre Streitigkeiten und ihre tiefe Verbundenheit machen sie zu Figuren, die lange im Gedächtnis bleiben.

Der zweite Teil des Romans, der in einem Seniorenheim spielt, hat mich besonders nachdenklich gemacht. Die Begegnungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zeigen, wie viel Leben, Würde und Individualität auch im hohen Alter steckt. Alexandra Stahl begegnet ihren Figuren mit Respekt und Mitgefühl, ohne sie zu verklären.

Besonders gefallen hat mir die Sprache: klar, poetisch und voller feiner Beobachtungen. Trotz der ernsten Themen verliert das Buch nie seinen leisen Humor und vermittelt Trost, ohne kitschig zu werden.

Für mich ist Tschikago ein einfühlsamer, kluger Roman über Vergänglichkeit und die Bedeutung menschlicher Beziehungen. Ein Buch, das bewegt und noch lange nach der letzten Seite nachhallt.