Verletzlich und klug

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Das Cover von Über vier Leben hat mich sofort angesprochen: Die kräftigen, fast flirrenden Farben wirken lebendig und unruhig zugleich. Gerade dieser Kontrast passt sehr gut zu einer Geschichte, in der unter der Oberfläche offenbar viel Schmerz, Erinnerung und unausgesprochenes Familienerbe liegt.
Die Leseprobe hat mich auf stille, aber sehr intensive Weise berührt. Pauline Hatscher erzählt von Mirabell, die sich nach Nähe sehnt und zugleich vor ihr zurückschreckt. Besonders stark finde ich, wie aus einer scheinbar alltäglichen Situation – Dating-Apps, Therapie, Einsamkeit – plötzlich etwas Größeres entsteht: die Frage, welche Verletzungen über Generationen weitergegeben werden.
Der Schreibstil ist klar, ruhig und zugleich sehr eindringlich. Nichts wirkt überdramatisiert, und gerade dadurch treffen die Gedanken umso stärker. Die wechselnden Perspektiven zwischen Mirabell, Hannchen, Sabine und Lisa machen neugierig und zeigen schon in der Leseprobe, wie eng persönliche Lebenswege mit gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen verbunden sind.
Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil es eine fein beobachtete, emotionale und kluge Geschichte verspricht – über Angst, Nähe, Mutterschaft, Einsamkeit und den Versuch, alte Muster endlich zu verstehen.